Versöhnt und in Frieden leben

Versöhnt und in Frieden leben

Es gehört zu meinen tiefsten Sehnsüchten, versöhnt und in Frieden zu leben. Dazu gehört es, wertschätzend mit anderen umzugehen, ihnen zuzuhören und bei ihnen zu sein. Gleiches gilt im Umgang mit mir selbst. Frieden finde ich ja nicht, wenn ich eigene Bedürfnisse dauerhaft ignoriere und mir selber nicht zuhöre. Vielleicht beginnt auch alles gerade damit.
Dabei stelle ich immer wieder fest, dass dort, wo ich nicht wertschätzend bin und nicht im Frieden, dass ich dort bestimmte Gefühle nicht wahrnehme und vielleicht sogar nicht wahrnehmen will. Oft sind es Gefühle von Angst, Scham und Verletztheit die mich dazu bringen, auf andere Gefühle statt dessen auszuweichen und die heißen dann Wut und Aggression.

Und es gibt noch ein Phänomen, dass ich mich nicht immer als richtig empfinde, wenn ich wütend oder ärgerlich bin. Ich habe dann den Eindruck, dass ich nicht wütend sein darf und dass es einfach nicht in Ordnung ist wütend zu sein. Das verschärft die Situation noch und macht es noch schwerer in den Frieden zu kommen. Und wenn ich im Krieg mit meiner Wut bin, dann kann ich natürlich keinen Frieden finden.

Was heißt das jetzt?
Es heißt, dass ich das Gefühl und die Einstellung stärken möchte, in allen Gefühlslagen richtig zu sein und korrekt und dass ich auch meine Wut wertschätzen will.
Es heißt auch, dass ich darauf achte, wenn ich auf Ersatzgefühle ausweiche, um andere Gefühle nicht fühlen zu müssen.
Letztlich heißt es, mir Zeit zu nehmen, mich wahrzunehmen, mich zu erforschen, meine Gefühle differenziert zu fühlen – ohne Urteil. Hinzukommt die Bereitschaft den anderen nahe zu sein und jegliches merkwürdige Gefühl dabei zum Anlass zu nehmen es zu erforschen.
Das ist der Weg zum inneren Frieden.

DAVID