Der Duft der Pappeln


​​Ich erinnere mich noch gut, wenn im Herbst nicht nur die Blätter anfingen sich zu verfärben, sondern auch ein ganz besonderer Duft zu riechen war. 

Ich bin auf einem Bauernhof groß geworden und wir hatten zahlreiche dieser sehr schlanken Pyramidenpappeln, die auch als Italienische Pappeln bekannt sind. Und wir hatten Kanadische Pappeln, die sehr ausladende Äste haben. Und gerade im Herbst haben sie einen besonderen Duft produziert, der mich noch heute berührt. Es ist der Duft, der entsteht, wenn viele Blätter abgefallen sind und ​beginnen zu welken und dann zu vergehen und sich zurück in Erde zu verwandeln. Dann spürt man das große Ganze des Lebens in seinem Kreislauf von Werden und Vergehen.

Der Herbst hat mir immer schon gesagt, dass die Vergänglichkeit ihre eigene Schönheit besitzt, die nur erkennt, wer einen Sinn dafür hat. 
Kennst Du das auch?

DAVID




  • Helga sagt:

    Es gibt so viele schöne Herbstgedichte von Autoren, die ebenso empfinden, die von der Tiefe des Lebens sprechen und vom Zauber der Vergänglichkeit.
    Herbst bedeutet dabei kein trostloses Absterben der Natur, sondern eine Wandlung, ein Zurückziehen, ein Verwelken als ‚Nährboden‘ für neues Leben.
    Das Gedicht ‚Stufen‘ von Hermann Hesse beschreibt es: …“bereit zum Abschied sein und zum Neubeginne“…
    Mit zunehmendem Alter erinnert mich der Herbst auch an die eigene Vergänglichkeit, in steter Hoffnung auf neues und positives, und daran, loszulassen-ohne unglücklich zu sein-, innezuhalten und in Ruhe und Stille zu regenerieren.

    • DAVID sagt:

      Liebe Helga, für mich ist der Herbst in besonderem Maße eine spirituelle Zeit. Ich mag die bedeckten tage, die nebeligen Stunden, ich liebe diesen Rückzug in allem, das berührt mich und erreicht mich in der Tiefe. David