Im Unwirtlichen geborgen


​Es war an einer befahrenen Straße in Münster während meines Studiums. Es regnete, es war dunkel und die Autos fuhren in einem hohen Tempo an mir vorbei. Keine einladende Szenerie. Und doch berührt es mich auch heute noch, obwohl ich nicht weiß, wie es geschah, aber plötzlich überkam mich eine Welle von Geborgenheit und Verbundenheit. Ich fühlte mich in dem Gewusel aufgehoben und der Regen und die Autos waren mir egal. Und so geht es mir heute noch, wenn ich nachts an einer viel befahrenen Kreuzung stehe und es regnet... als wäre ich in einer großen Kathedrale zum Gottesdienst.

Mystik geschieht oft unwillkürlich, lässt sich nicht planen, weil Mystik Leben ist und nur im Leben geschehen kann. Mystik ist eben nicht meditieren so lange wie möglich, sondern wachsam zu sein für Augenblicke, in denen wir berührt werden.


​Kannst Du das mitfühlen?

DAVID​