Wie Du deine Beziehungen spirituell leben kannst

Zeige mir, wie Du mit Deinem Feind umgehst und ich sage Dir, wer Du bist! Auch wenn wir keine richtigen Feinde haben - und ich hoffe es für Dich: Unser Umgang mit anderen Menschen erzählt viel über uns. Der Streit in der Beziehung, die nervende Kundin, der arrogante Falschparker, der, mit der total blöden Meinung, das trotzige Kind, die anstrengende Oma oder der nörgelnde Bruder. Sie alle können uns zur Weißglut bringen, können uns ärgern, nerven, stören, fordern unseren Widerspruch, manchmal auch lautstark. Sie ärgern uns, sie bringen uns dazu zu schimpfen, zu streiten, uns zu wehren und was nicht noch alles. Da sitzen wir jahrelang auf dem Kissen und meditieren, hören uns Vorträge unseres friedliebenden spirituellen Meisters an und dann braucht es nur jemanden, der uns den letzten Einkaufwagen wegnimmt und wir sind voller Wut und Ärger.
Wie können wir auch in solchen Situationen unserem spirituellen Weg treu bleiben? Wie können wir auch solche Situationen als Übung für unseren Weg nutzen? Wie ist es möglich, mehr Frieden und weniger Ärger und Wut dieser Welt zu schenken?
Ich will es gleich vorweg sagen: Das ist nicht mal eben so getan, das geht nicht mit einem Wochenendkurs, mit einer zweistündigen Zoom-Sitzung mit wem auch immer. Es ist tatsächlich ein Üben, es ist ein Weg - wie übrigens fast alles im Leben, oder?
Es braucht eine andere Herangehensweise und Haltung. Wenn Du im Kampf bist, dann ist es im Grunde genommen schon geschehen. Wenn Du spürst, dass Du in der Beziehung gewinnen willst, dass Du Deine Meinung und Sichtweise als die allein richtige ansiehst und unbedingt möchtest, dass Dein Gegenüber das endlich auch so sieht, dann bist Du mittendrin.
Im Grunde sind solche Situationen vergleichbar mit einem Indikator dafür, dass da etwas nicht stimmt, dass Du auf dem falschen Weg bist. Nur wir merken es oft nicht, wir meinen diese Signale sagen aus, dass der andere falsch liegt, dabei sagen sie, dass wir innehalten sollen, weg kommen vom Kampf und Sieg und wieder beginnen hinzuhören.
Das Schlüsselwort heißt “Bedürfnis”. Hinter jedem Kampf und Streit stehen ganz basale Bedürfnisse und wenn Du darauf den Fokus legst, dann ist der Kampf vorbei, dann kann es plötzlich wieder freundlich, zugewandt und herzlich werden.
Z.B. “Warum ist Dir das so wichtig?” nicht vorwurfsvoll, sondern wirklich interessiert gesprochen und gefühlt.
“Ich möchte verstehen, warum Du das ablehnst, warum Du das getan hast, was hat Dich bewegt, was ging in Dir vor…?”
Es geht immer darum zu hören, was jemand wirklich möchte und braucht - denn meistens geht es nicht um das Offensichtliche, meistens geht es um Aufmerksamkeit, Liebe, darum, gesehen zu werden. Im Grunde gibt es nur zwei Botschaften, die wir in unendlichen Variationen aussenden: Danke und Bitte.

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  • corinna stahr sagt:

    Lieber Bruder David, wieder ein wundervolles Video aus dem ich viel mitgenommen habe. Ich versuche es umzusetzen. Dank für die schönen sanften Impulse die wir alle immer mitbekommen.

    Alles Liebe wünscht

    Conni

    Passen Sie schön auf sich auf

    Liebe Grüsse an die Kätzchen

  • Lydie sagt:

    Danke dir sehr.
    Liebe Grüße, Lydie

  • Ursula Paesler sagt:

    Danke David, deine Ausführungen haben mich heute sehr berührt. Kann sein, dass ich durch eine vorausgegangene Veranstaltung ein bisschen „aufgeweicht“ bin – so leicht berührt mich nichts, aber der Aspekt des „Wartens“ gefällt mir. Das nehme ich mir für die nächste Woche vor. Hab eine gute Zeit, da, wo du bist. Liebe Grüße – Ursula

    • DAVID sagt:

      Liebe Ursula, interessant, dass viele an dem „Warten“ hängenbleiben… aber tatsächlich kann es einen sehr großen Unterschied machen, ob ich sofort reagiere oder mir Zeit lasse. David

  • Katrin sagt:

    Das Bild mit dem Zug, der sofort Fahrt aufnimmt aufnimmt, wenn ich einsteige, ist sehr passend… ich kann gut verstehen, dass es manchmal besser ist, nicht einzusteigen, sondern auf dem Bahnsteig stehen zu bleiben und erstmal tief durchzuatmen.
    Aber ich komme meistens danach an Grenzen… mir fehlen dann Worte, um zu formulieren und zu fragen oder Worte, um zu beschreiben, was ich fühle oder was ich brauche… und dann steht da der Vorwurf im Raum oder eine Frage oder ein Missverständnis und ich kann nicht reagieren, weil ich nicht herausbringe, was in mir ist, weil mir für mein diffuses Sein die Worte fehlen…

    • DAVID sagt:

      Liebe Katrin, vielleicht kann eine Antwort so beginnen, wenn Du nicht weißt, was Du sagen sollst: „Ich weiß nicht, was ich jetzt sagen kann oder will, aber lass es mich versuchen und mich vorsichtig herantasten….“ Wäre das eine Möglichkeit? David

  • Karina sagt:

    Danke David. Ja warten können…das fällt mir nicht gerade zu.ift bin ich bewertend.weniger im berufl.kontext sondern in pets. Beziehungen.nehme mir die Anregungen zu Herzen so wertvoll deine Impulse für mich. Karina

    • DAVID sagt:

      Liebe Karina, ich kennen das mit dem Bewerten zu gut…derzeit hilft mir wirklich auf die Bedürfnisse des anderen und auf meine Bedürfnisse zu schauen. Sehr oft kommen Bedürfnisse aus meiner Phantasie und Unterstellung. Bedürfnisse machen aber die seele offen und unser Herz weit. David

  • Mirijam sagt:

    Frage nach den Bedürfnissen. Auch wenn es es schwer ist. Hilft mir gerade sehr in einem Konflikt mit einer Freundin. Danke.

  • Maria Regina sagt:

    Lieber David,
    vielen Dank für das Bild des Zuges u des nicht Einsteigens, das mir das Abwarten nochmal deutlicher macht. Ich bin in Konfliktsituationen meistens sehr guten Willens, doch
    was mir so schwer fällt, ist aus alten erlernten Mustern auszusteigen. Allein das eigene Gefühl/Bedürfnis klar wahrzunehmen, ist schon eine schwierige Aufgabe. Und ich meine, dass dies die Voraussetzung ist, das Bedürfnis des Gegenübers zu erkennen. Hab ich das so richtig verstanden?
    Maria Regina

  • Gisela sagt:

    Du bist okay, ich bin okay und wir finden einen Weg, der für uns beide okay ist, auch wenn ich nicht deiner Meinung bin. Dieses Ooookaaay ist für mich das Wort für das Warten geworden. Es läutet die Frage ein „worum geht es mir, was ist mir wichtig“ und worum könnte es dem anderen gehen? Ich möchte so gern verstehen.