Befreie Dich von Deinen Rollen!

Eine Rolle spielen wir überall, das bleibt nicht aus und lässt sich nicht vermeiden. Doch manchmal haben Rollen eine besondere Bedeutung für uns. Wir tragen sie wie Schilder oder Fahnen vor uns her. Dabei handelt es sich durchaus um erstrebenswerte Dinge: Spirituell zu sein, ein fleißiger und ehrenhafter Mensch, eine liebende Mutter oder ein treuer Ehemann, das sind doch gute Rollen und Bilder, oder etwa nicht?
Doch manchmal haben solche Rollen und Selbstzuschreibungen eine ganz besondere Bedeutung. Man spürt das bei anderen eher als bei sich selber. Da spricht jemand über spirituelle Erfahrungen oder Seminare und man spürt diese Besonderheit und Wichtigkeit, die über das reine Erzählen deutlich hinausgeht.
Solche Rollen, die wir als Fahnen vor uns her tragen sind Krücken für unser Bedürfnis wichtig zu sein und Bedeutung zu haben. Sie sind ein Anzeichen dafür, dass wir noch keinen Kontakt mit unserer inneren Wichtigkeit und Bedeutsamkeit haben.
Der Weg, den es zu gehen gilt, ist sehr einfach: Lassen wir diese Rollen sein, sehen wir uns als Menschen und ertappen wir uns mit Wohlwollen dabei, wie wir unsere Rollen suchen und vor uns her tragen.

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  • Ursula Paesler sagt:

    Ich kenne nicht viele Menschen, die das interessieren würde, ob ich ein spiritueller Mensch bin oder was auch immer. Und mir ist das auch nicht wichtig. Mal überlegen, welche Fahne ich vor mir her trage. Danke jedenfalls für den Denk-mal-drüber-nach-impuls lieber David.

  • blue sagt:

    Neulich in einer Sternzeit war dieses Thema auch schon mal dran und deshalb denke ich schon ein bisschen drüber nach… und ich habe eine Rolle bei mir entdeckt, von der mir lange Zeit nicht klar war, dass es eine Rolle ist, das es eigentlich nicht nötig ist, dass ich an der Stelle so bin wie ich bin…
    Aber ich stelle fest, das mir diese Rolle etwas gibt… nämlich ein „gesehen werden“ auf eine bestimmte Art und Weise und das tut mir wiederum gut und vielleicht brauche ich das auch im Moment – und deshalb fällt es mir schwer, diese Rolle einfach abzulegen. Aber vielleicht ist es immer schwer, sich von einer Rolle zu trennen, denn vermutlich entwickeln wir oft eine Rolle, weil wir dadurch etwas bekommen, was uns eigentlich oder vermeintlich fehlt… ich werde weiter drüber nachdenken, mal schauen, was sich noch so entwickelt… LG

    • DAVID sagt:

      Liebe Katrin, im Kern geht es darum, nicht abhängig von den Rollen zu werden. Gesehen werden möchte jede und jeder und es ist auch verständlich, dass man sich das wünscht. Aber vielleicht ist die Frage hilfreich, wozu Du gesehen werden möchtest und was passiert, wenn es nicht geschieht? Und ansonsten: Ich bemühe mich mit solchen Selbsterkenntnissen möglichst entspannt umzugehen – es darf alles seine Zeit haben und brauchen… David

  • Christine sagt:

    Lieber David,
    normalerweise bedankt man sich nicht, wenn man „überführt“ wird. In diesem Falle jedoch ist es etwas anderes, ich sage sogar „herzlichen Dank…“ dafür, denn Dein Video war gerade eine überraschende und erkenntnisreiche Sequenz für mich, räusper-räusper … 😎
    Beste Grüße
    C.

  • Helga sagt:

    Daß Ich eine Rolle in meinem Leben spiele und sogar süchtig bin, sie zu nähren und zu verstärken, ist mir wissentlich nicht bewußt. Ich glaube eher, mich nicht nach außen auszurichten, was vllt. zu meinem jetzigen Leben führte…Während meines Berufslebens nahm ich allerdings Rollen ein, die mir durchaus bewußt waren. Ich nahm sie z T. aus Respekt ein, zum eigenen Schutz und sicher auch zur Vermeidung von Konflikten, konnte sie aber verändern und auch wieder aufgeben, wenn ich es wollte. Von meinem eigentlichen Wesenskern habe ich mich dabei nicht entfernt. Werden nicht hauptsächlich Rollen eingenommen, um sich zu schützen und nicht verletzlich zu sein und werden uns nicht auch Rollen von außen zugeteilt?

    • DAVID sagt:

      Liebe Helga, die von außen zugewiesenen Rollen sind nicht die, die ich meinte. Mir ging es um eigene Zuschreibungen… vielleicht hilft Dir diese Übung: Vervollständige mal diesen Satz: Ich bin ein Mensch, der… Ich bin eine Frau, die…
      Es geht nicht darum nach außen hin etwas anders zu machen oder bestimmte Dinge nicht mehr zu tun, es geht darum, aus der eigenen inneren Kraft zu leben und nicht aus Konstrukten, die meine Persönlichkeit stärken sollen und damit aber einschränken. David

  • Kordula sagt:

    Lieber David, ich denke es steckt auch das Bedürfnis nach Identität dahinter und das Bedürfnis nach Gesehen-werden. Es kommt aber auch immer darauf an, mit welchen Menschen ich gerade zusammen bin. Tatsächlich fühle ich mich am wohlsten, wo ich einfach nur dasein darf und niemandem etwas beweisen muss.

    • DAVID sagt:

      Liebe Kordula, soziologisch gesehen stimmt das natürlich… aber es geht mir mehr um eigene innere Zuschreibungen (auch da geht es natürlich auch um Identität) Ich bin ein Mensch, der… die Antwort deutet auf eine festere Vorstellung von sich hin, wie ich gerne sein möchte, was ich von mir erwarte. David

  • Ingrid Tabert sagt:

    Spannender Aspekt, der zuerst in mir Gegenwehr ausgelöst hast, weshalb ich dann wirklich ein bisschen darüber nachgedacht habe, den wo Gegenwehr ist, ist ja auch immer ein Thema. Und ich bin tatsächlich auf eine Rolle gestoßen, die ich zwar nicht offen nach außen trage, in mir allerdings sehr wohl pflege. Vielleicht ja doch die Zeit, es einmal loszulassen. Und wie das mit jahrzehntelang eingeübten Rollen so ist, ist das nicht einfach. Aber die Bewusstwerdung ist ja immer der Anfang.
    Vielen Dank für den Impuls.

    • DAVID sagt:

      Liebe Ingrid, wenn diese Rolle oder Selbstzuschreibung besteht, dann wird sie fest und leicht rigide. Es geht nicht unbedingt darum, die Rolle loszuwerden, sondern frei davon zu sein. Das ist für mich ein Unterscheid. David

      • Ingrid Tabert sagt:

        Lieber David,
        in dem ich mich von einer Rolle oder Selbstüberzeugung befreie, kann ich sie ja auch loslassen. Rollen sind ja nicht immer etwas, was ich als etwas vor mir her trage, um vor anderen zu „glänzen“, sondern auch etwas, in dem ich mich einrichte, um etwas nicht verändern zu brauchen oder spüren zu müssen. Und natürlich machen uns oder mich Rollen rigide und fest, ich lege mich damit ja auf eine Sicht oder Handlungsweise fest.
        LG Ingrid