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Wie Du bei Deiner Arbeit spirituell sein kannst

21. Januar 2023


Es ist nicht leicht, in dieser Welt, so wie sie ist, spirituell zu sein und zu leben. Überall gibt es etwas, was uns ablenkt und uns mit den weniger spirituellen Seiten in uns verbindet. Und das trifft ganz besonders auf unsere Arbeit zu. Egal, ob Du in einem Büro, in der Schule, in einer Werkstatt, als Selbständiger oder in der Industrie arbeitest. Nirgends ist es einfach, Arbeit mit Spiritualität zu verbinden.
Aber Spiritualität ist nicht nur für die 20 Minuten am Tag gedacht, an denen Du meditierst. Die Meditation ist auch nicht das Spirituelle in Deinem Alltag, sondern sie soll dir helfen, Deinen ganzen Alltag spirituell zu sehen und zu erfahren. Wir kommen also gar nicht drumherum, uns mit unserer Arbeit, dem Job oder wie auch immer Du Deinen Broterwerb benennst, zu beschäftigen. Hier und gerade hier findet Spiritualität statt und nicht an dem Wochenende irgendwo im Grünen in einem wunderbaren Meditationszentrum, wo Du in aller Ruhe und Abgeschiedenheit die Stille genießt. Wenn Spiritualität nicht in den Alltag führt, dann ist sie nichts wert, so sagte sinngemäß Willigis Jäger. Und ich finde, er hat absolut recht damit.
Sprechen wir also über unsere Arbeit.
Sprechen wir über den Job.


Arbeit ist immer auch Fremdbestimmung

Und das heißt, dass wir uns die Herausforderungen anschauen, die wir erfahren. Zunächst sind wir bei unserer Arbeit immer eingespannt und eingebunden in Prozesse, die wir meistens nur teilweise, wenn überhaupt, beeinflussen können. Arbeit hat also immer etwas von Fremdsteuerung. Ich bekomme eine Aufgabe, die ich erledigen soll, ich suche sie mir nicht aus, sondern sie wird mir gegeben. So ist es fast überall.
Fremdsteuerung ist nicht immer angenehm und wir können darüber schnell unseren Selbstbezug verlieren.


Arbeit verursacht Stress

Daneben erleben viele in ihrer Arbeit Druck und das führt zusammen mit der Komponente Zeit zu Stress. Stress wiederum hat zur Folge, dass ich mich auf Dauer von mir selbst entfremde. Wenn ich fortdauernd Stress ausgesetzt bin, dann muss ich mein Empfinden abspalten. Ich muss dafür sorgen, dass ich den Stress und den Druck nicht mehr so spüre. Was zur Folge hat, dass ich irgendwann ein Magengeschwür bekomme oder den Druck weitergebe.
Auch das ist kein Klima, in dem Spiritualität wachsen kann.


Arbeit ist oft nicht selbst spirituell

Noch ein Problem sehe ich, gerade dann, wenn ich eine Tätigkeit habe, die in keiner Weise und offensichtlich spirituell ist. Klar, wenn ich in einem spirituellen Buchhandel arbeite, da fällt es vermutlich jeder und jedem leicht, spirituell zu sein, es ist vielleicht sogar gefordert. Doch was, wenn ich in einer Werkstatt arbeite, oder als Installateur, oder einen Minijob habe, wo ich einfachste Tätigkeiten verrichte?
Es gibt Jobs und Arbeiten, die sind auf den ersten Blick nicht spirituell und werden so auch nicht erfahren.


Deine Arbeit kann unmoralsich sein

Und noch mehr als das kann es sein, dass ich eine Tätigkeit habe, die gegen meine moralischen Vorstellungen geht. Wenn ich zum Beispiel in der Rüstungsindustrie arbeite, oder vielleicht auch bei einer Bank oder wo auch immer oder fortlaufend Arbeiten in einer Weise erledigen muss, die mir gegen den moralischen Strich gehen. Das alles sind große Herausforderungen, die vielleicht sogar danach verlangen, eine andere Arbeit zu suchen, wenn ich es mit meiner Spiritualität ernst meine.

Aber das wird natürlich weder immer gehen, noch ist es immer gefordert. Es muss auch einen Weg geben, spirituell zu leben und zu arbeiten, Familie zu haben, ein Haus zu bauen und was auch sonst Menschen tun, um sich ein Leben aufzubauen und zu finanzieren.


Das Warum!

Und da komme ich zu der wichtigsten Frage in diesem Zusammenhang. Es ist die Frage, warum Du eigentlich arbeitest. Warum tust Du, was Du tust? Diese Frage kann sich jede und jeder stellen, auch wenn man nicht mehr Teil des Arbeitsmarktes ist. Kläre Deine Intention - das ist total wichtig. Arbeitest Du nur für das Geld, arbeitest Du dort, weil Dein Vater es gesagt hat, weil es in deiner Familie so üblich war, weil Du nun mal dieses Fach studiert hast, weil es halt so ist? Das alles sind absolut schwache, ja, zu schwache Argumente für Deine Arbeit. Spiritualität beginnt damit, dass Du für etwas einstehst und Deine Arbeit dafür nutzt. Du brauchst für Deine Arbeit daher eine starke und überzeugende Intention.
Du kannst die meisten Tätigkeiten einer Intention zuordnen und so Deinem Tun einen Sinn geben.
Natürlich kannst Du in der Gastronomie einfach nur bedienen und Geld verdienen. Du kannst aber auch die Intention haben, es Menschen richtig schön und angenehm zu machen, dafür zu sorgen, dass sich Menschen aufgehoben und versorgt fühlen. Deine Arbeit wird dann anders sein.
Du kannst in der Verwaltung arbeiten und Excel-Listen führen, Genehmigungen erteilen oder verwehren und damit Geld verdienen. Du kannst aber auch in der Verwaltung arbeiten und Einwohnern einer Stadt etwas ermöglichen, sie dabei unterstützen, ein Haus zu bauen oder etwas anderes zu tun. Deine Arbeit wird dann anders sein.
Du kannst natürlich in einem Geschäft arbeiten und Regale füllen. Du kannst aber auch Menschen ein angenehmes Einkaufserlebnis schenken und dabei helfen, die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. Deine Arbeit wird eine andere sein.
Und das gilt für alle Tätigkeiten, nicht nur für den Broterwerb. Auch ehrenamtliches Tun sollte so aufgebaut werden, was es ja in der Regel auch ist.
Tue möglichst wenig nur für das Geld und möglichst viel aus Überzeugung und als Dienst an den Menschen. Du wirst nicht nur zufriedener, Deine Arbeit bekommt allein dadurch etwas Spirituelles und Du bekommst viel mehr Energie.

Die Klärung und die Veränderung Deiner Intention sind die Grundlage dafür, dass Du auch an Deinem Arbeitsplatz Dich als spirituellen Menschen erfährst.

Aber das ist noch nicht alles.

Richte Dich auf und aus

Bestimmte Haltungen werden Dir zusätzlich dabei helfen. Und da kommt mir eine kleine Episode in den Sinn, die Graf Dürckheim in seinem lesenswerten Buch: Alltag als Übung beschrieben hat. Darin beschreibt er, wie man sich immer wieder neu innerlich ausrichtet, während man einen Brief zum Postkasten bringt. Damit ist gemeint, dass es wichtig ist, dass Du Dich in Deinem Körper wahrnimmst, dass Du Dich aufrichtest und in Dir ankommst.
Nimm Dich immer wieder während des Arbeitstages als körperliches Wesen wahr. Spüre Deinen Körper, versuche Dich in Deinem Becken niederzulassen und von dort her Dich aufzurichten. Niederlassen und Aufrichten waren wichtige Worte für Graf Dürckheim und gehören zu den Grundbewegungen des spirituellen Weges.
Wenn Du nämlich in dieser Form ganz mit der verbunden bist, dann hast Du zugleich eine gewisse Distanz zu Deiner Arbeit, zu dem, was Du tust. Du kannst Dich dann dabei beobachten, dass Du arbeitest und eine Arbeit erledigst. Genau das ist die innere Lücke, die dann entsteht, und die Du für Dich nutzen kannst. Wir erleben ja deshalb unsere Arbeit oft als nicht spirituell, weil sie uns so stark absorbiert und in Beschlag nimmt. Deshalb müssen wir für eine Lücke sorgen, dafür, dass wir zwar arbeiten, aber dennoch uns dessen bewusst sind.

Schütze Dich

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Notwendigkeit, dass Du Dich schützt. Gerade, weil Arbeit immer eine Form der Fremdsteuerung ist, gehört Schutz unbedingt dazu. Schutz vor ungerechtfertigten Anforderungen, vor Übergriffigkeit, vor unangemessenen Angriffen und Beziehungsstrukturen. Du musst lernen Dich zu schützen und Du musst lernen, “Nein” zu sagen, auf Distanz zu gehen, bei bestimmten Dingen nicht mitzumachen. Gehe auch bei der Arbeit Deinen Weg!
Das soll Dich nicht zu einer Außenseiterin oder zu einem Eremiten auf der Arbeit machen, sondern eben schützen und Dir die Möglichkeit geben, selber zu bestimmen, was Du mitmachst und was nicht. Und ich spreche hier nicht über Arbeitsaufträge, sondern über das Klima bei der Arbeit.

Lebe Deine Berufung

Ich möchte jetzt noch ein Wort sagen zum Thema Berufung. Wenn Du Deine Berufung lebst, dann bist du unweigerlich spirituell - Berufung ist ein anderes Wort für Intention.
Aber was, wenn Du Dich zwar zu einer Arbeit berufen fühlst, diese aber nicht machst oder ausüben kannst?

Dann hast Du nur zwei Möglichkeiten. Die erste ist, suche Dir eine andere Aufgabe, die Deiner Berufung entspricht. Berufung ist im Kern kein Vorschlag des Lebens oder Gottes, sondern hat etwas Unbedingtes. Du wirst nur glücklich, wenn Du Deine Berufung lebst. Da führt kein Weg daran vorbei. Das kann auch dazu führen, weniger zu verdienen, in eine andere Stadt zu ziehen oder die geliebten Arbeitskollegen zu verlassen.
Dennoch gibt es Situationen, in denen das nicht geht. Wenn man bereits über 50 ist, dann wird es schwerer etwas Neues anzufangen oder gar einen ganz neuen Beruf zu ergreifen. Es geht, ist aber schwieriger.
Und je nachdem, wozu Du Dich berufen fühlst, kann es ja auch sein, dass es gar keinen Beruf dazu gibt.
Dann stellt sich die Frage: Wie kann ich so viel Geld verdienen, damit ich das tun kann, was mir entspricht. Dann bekommt Deine bisherige Arbeit die Intention Dir die finanzielle Freiheit zu verschaffen für die Tätigkeit, die Dir entspricht und zu der Du berufen bist. Diese Tätigkeit wirst du dann in Deiner Freizeit ausüben müssen.

Alles ist spirituell

Abschließend möchte ich Dir noch mitgeben, dass es keine Situation gibt, in der wir nicht innerlich göttlich-spirituell sein können. Trage Deinen inneren spirituellen Raum durch Deinen Tag, nimm immer wieder Kontakt dazu auf und lasse Dich davon leiten. das kannst Du überall tun.
Nicht alle müssen explizit einen spirituellen Beruf ergreifen oder ständig über spirituelle Themen sprechen und daran denken.
Öffne einfach Deinen Innenraum und begib Dich da hinein. Das geht immer.

korrigiertes Transskript


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