Spirituelle Führung: Aktiviere deine innere Kraftquelle

24. Januar 2026

Ich glaube, man konnte mich schon als Kind als einen Träumer bezeichnen. Meine Mutter erzählte mir oft, wie ich als kleines Kind im Kinderwagen lag und einfach nur den Blättern zusah, wie sie im Herbst von den Bäumen rieselten. Ich hatte schon immer diesen tiefen Zugang zu meinem Inneren und zu Bildern. Ich habe viel in Bildern gedacht, weniger in festen Strukturen oder absoluter Klarheit. Bei mir war vieles symbolisch – selten war etwas eindeutig oder sofort greifbar.

Das hat natürlich seine Vorteile, aber es bringt auch Herausforderungen mit sich. Irgendwann lernte ich, dass man diese inneren Bilder in der Spiritualität vielleicht besser lassen sollte. Doch ist das wirklich der einzige Weg?


Das Paradoxon der Bildlosigkeit

Vielleicht erinnerst du dich an das Bilderverbot im Alten Testament: Du sollst dir kein Bild von Gott machen. Auch im Zen-Buddhismus begegnet uns diese massive Bildlosigkeit. Es geht darum, sich keine Vorstellung von Gott zu machen und sogar das Wort „Gott“ zu meiden. Selbst Meister Eckhart sprach davon, die inneren Bilder zu lassen.

Dieser Widerstand gegen Bilder in der Spiritualität hat einen guten Grund: Viele Menschen halten ihre inneren Bilder für eine äußere Realität. Sie projizieren das Geistige in das Materielle und behaupten dann: „So sieht Gott aus“ oder „So sehen Engel aus“. Das ist fatal, weil es das Unbeschreibliche begrenzt.

Aber bedeutet das, dass wir gar keine inneren Bilder nutzen sollten? Ganz im Gegenteil. Innere Bilder sind eine Form, unser Bewusstsein zu strukturieren und auszurichten. Das ist für ein spirituelles Leben unglaublich wichtig.


Dein Bewusstsein als Magnet

Hast du dich schon einmal beobachtet, wie wechselhaft dein Bewusstsein ist? In einer Stunde fühlst du dich gut, in der nächsten sagt jemand etwas Ärgerliches, und schon kippt deine Stimmung. Ständig strömt etwas Neues auf dich ein und evoziert Emotionen. Gerade in der heutigen Zeit, mit all den Krisenherden, die du nur zu gut kennst, ist die Versuchung groß, sich entmutigen zu lassen. Alles scheint nach uns zu greifen und uns dem Dunklen näher zu bringen als dem Licht.

Doch hier kommen die inneren Bilder ins Spiel. Neurowissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sie tatsächliche Strukturmerkmale unseres Bewusstseins sind. Wenn sie stark genug sind, wirken sie wie ein Magnet: Sie ziehen Erfahrungen an, die zu ihnen passen. Das gilt für negative Bilder ebenso wie für positive.


Die Praxis: Dein inneres Licht finden

Angst und Sorge arbeiten immer mit inneren Bildern. Du kannst im Grunde keine Angst haben, ohne vorher ein inneres Bild der Bedrohung produziert zu haben. Deshalb brauchst du andere Bilder, die dich aus der Angst ins Licht führen.

Für mich persönlich ist es ein oranges Licht, das ich innerlich sehe. Immer wenn ich spüre, dass ich der Dunkelheit, der Verzweiflung oder dem Ärger nahekomme, schaue ich in dieses Licht. Es ist ein göttliches Licht für mich, das mir hilft, mich nicht den dunklen Kräften anheimzugeben.

Welches Bild könnte dein Licht sein? Es muss nicht mein Bild sein. Es kann eine Erfahrung aus einem Urlaub sein oder ein Moment der tiefen Entspannung. Wichtig ist, dass dieses Bild eine Kraft besitzt. Es muss die Macht haben, dich aus der Bodenlosigkeit ins Hohe zu führen.


So nutzt du die Kraft der Bilder in deinem Alltag

Um diese Technik wirksam zu nutzen, kannst du dich an einem einfachen Prozess orientieren:

  • Der erste Schritt ist das Erkennen: Bemerke aktiv den Moment, in dem negative Bilder oder Ängste in dir aufsteigen.

  • Wähle dann bewusst dein Gegenbild: Entscheide dich aktiv für dein spirituelles Bild, das für dich Licht und Hoffnung symbolisiert.

  • Gehe in die Vertiefung: Je häufiger und intensiver du dieses Bild betrachtest, desto kraftvoller wird es. Es wird zu einem festen Bestandteil deiner Bewusstseinsstruktur.

  • Nutze es als Unterstützung: Sieh dieses Bild als Hilfe an, um mit den dunklen Resten in deinem Leben umzugehen, die trotz aller Arbeit bestehen bleiben.

Ein wichtiger Punkt liegt mir am Herzen: Die Arbeit mit inneren Bildern ist kein Ersatz für die innere Arbeit an deinen Schatten. Es ist eine zusätzliche Übung. C.G. Jung nannte diese Methode die „aktive Imagination“. Wenn du ein passendes Bild für dich findest, verbindet es sich mit tiefen, archetypischen Kräften, die dich stützen.

Innere Bilder sind dein Weg, wenn du merkst: „Ich kann noch so viel analysieren, es bleibt immer ein Rest Dunkelheit“. Spätestens dann brauchst du diese Brücke zum Licht.

Ich lade dich ein: Welches Bild hilft dir? Schreib es mir gerne in die Kommentare. Vielleicht wünschst du dir auch mehr Unterstützung oder einen Kurs zu diesem Thema? Ich freue mich darauf, von deinen Gedanken zu hören.


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