Trauerbewältigung. 5 Gründe warum Du immer noch an einem Verlust leidest

3. Mai 2022

Wenn ein guter Freund gestorben ist, wenn Du Deine Partnerin zu Grabe getragen hast, wenn ein Tier seinen letzten Atemzug gemacht hat, dann steht uns eine Zeit tiefer Trauer bevor. Es schmerzt zu wissen, dass da jemand diese Welt verlässt, den Du geliebt hast.

Trauer ist ein sehr schmerzhafter Prozess, der oft eine lange Zeit braucht, bis die Trauer nachlässt. Doch manchmal, da dauert dieser Prozess sehr lange oder man hat den Eindruck, dass er nie endet. Kennst Du das? Ergeht es Dir auch so?

Ich werde Dir nachfolgend 5 Gründe nennen, woran es liegen kann, dass Du über einen Verlust nicht hinwegkommst.

Wer schon mal jemand verloren hat weiß, wie schwer Trauer sein kann. Es ist nicht nur das Weinen am Grab, der Schockmoment bei der Benachrichtigung, das Ausharren am Krankenbett. Es ist vor allem die Zeit danach, wenn die Trauerfeier vorbei ist. Dann beginnt die eigentliche Arbeit und Trauer ist oft harte Arbeit, die lange dauern kann und sehr viel Kraft kostet.Aber Trauer entsteht nicht nur, wenn jemand gestorben ist, sondern auch, wenn eine Beziehung beendet wurde, wenn man zurückgelassen wird und eine gemeinsame Zukunft zerbricht. Auch dann entsteht Trauer und auch die kann tiefgreifend sein.

Und ich möchte noch einen Aspekt nennen. Nämlich auch, wenn man ein Tier verliert, weil es gestorben ist, auch dann durchlaufen wir eine tiefe Trauer. 

Trauer gehört immer zum Leben dazu.

Es gibt keine Vorgabe, wie lange Trauer dauern darf, wann sie endlich vorbei sein muss. Natürlich wünscht sich das Umfeld, dass Du bald wieder ins Leben und ins Hier und Jetzt zurückkehrst, dass Du möglichst wieder so bist wie vor der Trauer. Aber Du darfst Deinen eigenen Weg gehen und Du darfst Dir damit Zeit lassen. Das ist ganz wichtig. Jede Trauer braucht Zeit und die ist bei jedem Menschen und bei jedem Anlass völlig unterschiedlich.

Und doch kann es sein, dass Du bemerkst, dass Deine Trauer schon sehr lange dauert, dass Du auch nach Jahren nicht über einen Verlust hinweg kommst. Vielleicht spürst Du immer noch diese innere starke Labilität, diesen starken Schmerz in Dir - nicht nur dann und wann, sondern immer noch als ein stets präsentes Phänomen in Deinem Alltag.

Es gibt tatsächlich Trauerverläufe die komplizierter sind als andere und über solche komplizierten Trauerverläufe spreche ich heute.


Woran kann man das erkennen?
Ab wann ist eine Trauer komplizierter?

Es gibt keine abzählbaren und klar definierten Anzeichen für solche Trauerverläufe. Aber wenn Du auch nach Jahren noch in tiefer Trauer bist, wenn Weinen auch dann noch zu Deinem täglichen Leben gehört, wenn Du Dich immer noch schwach fühlst, nicht schlafen kannst, dann kann es sich um einen komplizierten Trauerverlauf handeln - kann, muss nicht. Viele Menschen haben aber ein inneres Gespür dafür, wenn die Trauer einfach zu lange weilt und man nicht richtig aus dem erlebten Loch heraus kommt.

Nun aber zu den Gründen, warum Trauer komplizierter sein kann.


Wandlung der Trauer

Es kann sein, dass Du einen wesentlichen Schritt der Trauer noch nicht vollzogen hast. Bei der Trauer geht es darum, die äußere Beziehung in eine innere Beziehung zu wandeln. Das heißt, den Verstorbenen zu einem inneren Anteil von Dir selber werden zu lassen. Dann kann die Beziehung weiter fortbestehen und sie wird für Dich eine wichtige Ressource sein. Wenn Dir das noch nicht gelungen ist, dann bist Du noch auf die Trennung fokussiert und nicht auf den Fortbestand Deiner Beziehung im Inneren. Hier könnte dann ein wichtiger nächster und lösender Schritt bestehen.

Du nimmst den Verstorbenen nach innen und spürst ihn dort, gibst ihm einen Raum in Dir, in Deinem Herzen, wo er leben und mit Dir sprechen kann. 


Wenn die Trauer Trauer vorfindet

Vielleicht hast Du bereits als Kind oder als Jugendliche einen Menschen verloren, konntest aber nicht wirklich trauern oder musstest den Schmerz, warum auch immer, verdrängen. Manchmal ist es auch der Fall, wenn eine Abtreibung vorgenommen worden ist und nicht getrauert wurde, dann trifft Trauer auf eine verkapselte Trauer. Und Du wirst erst dann Deine aktuelle Trauer bearbeiten können, wenn Du die erste Trauer angegangen bist. Jeder Schmerz möchte nichts anderes, als gesehen werden.

Es gibt so viele Menschen, die Trauer mit sich herumtragen, ohne dass die Trauer leben darf und sich damit entwickeln kann. Die eingeschlossene Trauer verändert sich ja nicht, sie wird chronifiziert und bricht dann aus, wenn eine neue Trauer entsteht.


Fehlendes Urvertrauen

Wenn Du Dich im Leben instabil fühlst, kein Vertrauen ins Leben hast, dann trifft Deine Trauer auf eine tief sitzende Unsicherheit. Du hast dann nichts, womit Du Deine Trauer tragen kannst. Dann wird sie unerträglich und wir haben zu wenig Kraft eine solche Zeit zu durchstehen. Du erlebst den Verlust dann vielleicht als eine Art Vernichtung Deiner selbst. Hier geht es also darum, Urvertrauen wieder aufzubauen.

Das ist natürlich ein langer Prozess, der gut begleitet werden muss, damit er gelingt. 


Transgenerationale Wirkung

Wenn In Deiner Familie eine Trauer aus vorhergehenden Generationen nicht bearbeitet und der Verstorbene vielleicht sogar verschwiegen wird, dann trägst Du doppelt an Deiner eigenen Trauer. Auch hier trifft Trauer auf Trauer. Es geht dann darum, dem Verstorbenen aus früheren Generationen ein Andenken zu geben. Dann erst wirst Du für Deine eigene Trauer frei.

Es kann eine schöne Übung sein, alle Verstorbenen Deiner Familie zu ehren und ein wenig um sie zu trauern. Du kannst einmal sammeln, welche Verstorbenen es in Deiner Familie gibt und was Du über sie weißt. Allein dieser Prozess kann schon etwas lösen und bewirken.


Schuldgefühle gegenüber der Toten

Vielleicht wolltest Du noch um Verzeihung für etwas bitten, bist aber nicht mehr dazu gekommen. Vielleicht fühlst Du Dich mitschuldig am Tod Deines Verstorbenen. Vielleicht hast Du einen Fehler gemacht und konntest ihn nicht mehr beheben. Es gibt viele Gründe für Schuldgefühle. Sie enden nicht mit dem Tod, sondern sie leben in Dir als Trauernde weiter. Die Trauer zu bearbeiten und wieder ins Leben zurückzukehren kann dann für Dich bedeuten, nochmals schuldig zu werden. Hier gilt es natürlich, vielleicht durch ein Ritual, um Verzeihung zu bitten und sich die Erlaubnis zu holen, die Zeit der Trauer beenden zu dürfen.

Es kann aber auch dazugehören zu erkennen, dass man gar keine Schuld hatte. 

Was auch immer auf Dich zutreffen mag. Eines bleibt: Loszulassen, was man liebt, das ist eines der schwersten Wege im Leben und bleibt es auch. Eine Trauer light gibt es nicht. Das zu wissen und dass Trauer immer zum Leben dazu gehört, das kann entlasten und Dich darauf vorbereiten, dass auch Du irgendwann einmal ein trauernder Menschen sein wirst - oder es bereits längst geworden bist.

Die von mir angegebenen Ursachen einer komplizierten Trauer können auch zu einer Art “Aufgabenliste” für die Gegenwart werden, auch ganz ohne Trauer. Und dann  heißt es:

  • Sorge für einen Bezug zu Deinem Inneren
  • Hole Trauer aus der Vergangenheit nach
  • Stärke Dein Urvertrauen
  • Pflege die Beziehung zu den Toten Deiner Familie
  • Entschuldige Dich jetzt für das, was Du getan hast

Überlege einmal, was Dir in Zeiten der Trauer geholfen hat. Schreibe es gerne als Kommentar unter diesem Text.

Mögest Du immer Trost finden in Deinem Leben


korrigiertes Transskript


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