Brauche ich eine Vision von meinem Leben?

16. April 2022

Jedes Unternehmen hat eine Vision. Jeder und jede, die ein eigenes Business starten braucht eine Vision. Teure Coaches werden eingekauft, um Visionen zu entwickeln und einem Unternehmen dadurch den Schwung in die Zukunft zu geben. Und wie sieht es mit Dir aus? Hast Du eine Vision von Deinem Leben? Und: Braucht man sowas überhaupt als Normalsterblicher?
Ich werde Dir zeigen, dass Du längst eine Vision besitzt und auch, wie Du daran kommst.


Brauchst Du eine Vision? 

Ich glaube es war Helmut Schmidt, der gesagt haben soll, wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen. Mit anderen Worten: Visionen, sowas braucht doch niemand. Dabei arbeitet jedes Unternehmen mit solchen Visionen und mit in die Zukunft projizierten Bildern von dem, wie es einmal sein kann und soll.
Da wird in blumigen Worten beschrieben, wie das Unternehmen einmal aussehen soll, was sich durch eigene Produkte verändern wird, wie das Unternehmen sich an dem Erhalt des Wohlstands beteiligt, die Natur schützt und was auch sonst immer wichtig für das Unternehmen ist.
Visionen sind also Bilder von einer idealen und gewünschten Zukunft. Nicht utopisch, aber doch so schön, dass es in Reinform gewiss nicht stattfinden wird.
Ist das nur für die schönen Unternehmensprospekte und für Webseiten?
Oft scheint es so zu sein. Aber Ernst Bloch, der Philosoph hat in seinen Mammutwerk “Prinzip Hoffnung” deutlich gemacht, dass die Idee von Zukunft, von dem, wie ich mir eine gute Zukunft vorstelle, eine eigene Kraft haben kann. Sie weckt in uns Energie, sie hilft Ziele zu formulieren, eine Vision zieht uns an und will verwirklicht werden. Im besten Fall ist die Vision so gut, dass man gar nicht anders kann, als ihr zu folgen und sogar bereit ist, Risiken dafür einzugehen.
Aber wie sieht es mit uns aus, mit Dir und mir? Brauchen wir sowas, um uns nach vorne zu bewegen?


Weil es keine Zukunft gibt...

Gewiss brauchen wir keine Hochglanzbroschüren, wir brauchen auch kein konstruierten Zukünfte - und schon gar nicht aus spiritueller Sicht, vorgestellte Situationen und erstellte Szenerien, die hoffentlich irgendwie stattfinden sollen. Unser Ziel ist es ja im Heute zu leben und eben nicht in einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt.
Zukunft existiert ja nicht, genauso wie Vergangenheit nicht existiert.
Ich spreche hier nicht von bestimmten Vorhaben, die eine Form der Vision gut gebrauchen können, für Deine Selbständigkeit zum Beispiel. Oder eine Vision kann Dir helfen, wenn Du eine Sprache lernen möchtest. Dir vorzustellen, wie Du in dem betreffenden Land durch die Straßen gehst und alles verstehst und Dir mühelos einen Kaffee bestellen kannst, das kann motivieren.
Ich spreche hier aber von Dir, von Deinem Innersten. Und dort ist kein Platz für solche Bilder, kein Platz, für konstruierte Vorstellungen.
Denn Du BIST und alles Zurechtgemachte solltest Du loslassen, solltest Abstand davon nehmen. Es geht hier vielmehr darum zur der Haltung zu kommen, dass Du schon Deine Vision bist, dass Du mittendrin bist in dem, wie Deine Zukunft aussehen kann.
Deine Vision ist jetzt und nicht morgen. Schau in Dein Leben und dann siehst Du - nichts anderes ist Vision, es ist etwas, das ich sehe.


Raum für Wachstum

Und doch gibt es etwas in uns, gibt es eine Idee von uns in unserem Inneren. Wieso? Weil wir spüren, dass es noch Raum gibt, weil wir spüren, dass wir in der Begegnung mit dem Göttlichen noch weiter wachsen können und wollen. Wer ist schon fertig und kann sagen, mehr geht nicht. Das Leben auf Erden ist immer ein Leben in Diskrepanz. Wir sind einerseits zutiefst mit Gott verbunden und fallen doch mit unserem Bewusstsein immer wieder heraus aus dieser Erfahrung und diesem Wissen.
Die Vision unseres spirituellen Lebens ist das Leben in und aus Gott, die Göttlichkeit, die uns ausmacht.
Oder um es anders auszudrücken: Gott ist unsere Vision, das Göttlich ist es, was wir sehen, wenn wir eine spirituelle Vision haben. Wir schauen über den Tellerrand unserer Wahrnehmung und können die göttliche Präsenz erfahren und sogar sehen.


Schon!

Daraufhin bewegen wir uns und darin sind wir bereits. In der Theologie nennt man das das Schon und Noch Nicht. Wir sind schon ganz mit Gott und vom Göttlichen durchdrungen und noch nicht ganz soweit, uns dessen immer so bewusst zu sein und daraus immer zu leben.
Unsere Vision ist das Schon! Schon sind wir bei Gott, schon ist alles gut, schon ist die Liebe präsent, schon spüre ich Gottes Nähe - das ist alles schon da.
Und auch, wenn ich es nicht spüre, auch, wenn ich daran zweifle, auch, wenn ich gerade gar nichts verstehe: das Schon ist schon da und verschwindet nicht, kann nicht zerstört werden und diesem Schon kann kein Zweifel, kein Hass, keine Wut und keine Angst etwas anhaben.
Das ist unsere Vision, die wir in unserem Inneren vorfinden. Dafür brauchen wir keine Coaching-Prozesse und Vision-Boards und was auch immer. Wir brauchen Zeit, wir brauchen den Blick ins Innere und müssen den Weg gehen, der uns durch Suchprozesse zur Mitte führt, zum Göttlichen, zur Vision des Lebens selber.
Hier liegt unsere Quelle und hier finden wir die Kraft, die uns von einem Augenblick zum nächsten wandern lässt.
Du brauchst Dir also keine Vision besorgen.
Du hast eine Vision in Dir und es ist die größte Vision, die Du Dir vorstellen kannst.
Darum geht es und um nichts weniger.
Und manchmal kannst Du in Dir spüren, wie diese Vision Dich drängt - nicht zwingt, sondern einfach nur drängt, weil sie voller Kraft ist. Du kannst sie spüren, wie eine Lebendigkeit wach wird, wie eine Sehnsucht in Dir entsteht. Diese Vision lässt leben und diese Vision gibt Zukunft, auch, wenn alles stirbt.
Ich glaube, das nennt man Ostern… aber ich bin mir nicht sicher…

Lass Dich von Deiner Vision in Dir tragen.

korrigiertes Transskript


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