Das bist du nicht! – 5 befreiende Sätze für dein Leben

15. April 2024

Ach ja, Glaubenssätze, ein großes Thema und es gibt schon sehr viel dazu. Und das geschieht nicht ohne Grund, denn Glaubenssätze sind Grundeinstellungen, Konfigurationen unseres Lebens. Sie strukturieren die Wahrnehmung und entscheiden, wie wir uns verhalten. Und da Glaubenssätze oft unbewusst sind, kann es sein, dass wir jahrelang, ja, vielleicht ein Leben lang meinen, dass das Leben nun einmal schwer ist und man nur mit harter Arbeit durchs Leben kommt. Bis wir dann vielleicht und hoffentlich feststellen, dass das Leben auch leicht sein kann und darf, dass auch Spiritualität nicht immer nur schwer und tiefgründig sein muss, sondern auch mal erhebend sein darf, ja, vielleicht sogar leichtsinnig. Und schon verändert sich unser Leben. Gerade solche Glaubenssätze gestalten unsere innere Landkarte und können lange dafür sorgen, dass wir es uns unnötig schwer machen. Dann braucht es ein Gegenmittel, einen befreienden Satz, der uns hilft, die Welt aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen. Und ich möchte dir heute 5 solcher befreiender Sätze anbieten. Du nimmst dir den oder die, die für dich wichtig und richtig sind. Aber ich bin gewiss, dass alle irgendwie eine Relevanz für jeden und jede von uns haben. Fangen wir an:


1. Du bist nicht dazu da, andere glücklich zu machen.

Papas Liebling und Mamas Schatz, sie machen das Herz der Eltern weit, sie können mit drei Jahren schon von 1 - 10 zählen und Mama und Papa freuen sich sehr, erzählen stolz den Nachbarn vom kleinen Wunderkind. Ja, da freut sich das Mädchen und der Junge wächst vor Freude - wieder ist es ihnen gelungen, Mama und Papa glücklich zu machen. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel in der Welt geschieht, nur dafür, dass Papa einmal lächelt oder Mama anerkennend nickt. Es gibt so viele Jungs, die inzwischen 50 oder 60 sind und Mädchen im hohen Alter von 60 oder 70, die immer noch einen Weg suchen, Mama glücklich zu sehen und die Anerkennung von Papa zu bekommen. Dort, in der so genannten Kinderstube, lernen wir, dass wir dafür da sind, andere glücklich zu machen. Oh, mit dem Verstand wissen wir natürlich, dass dem nicht so ist: Jeder ist doch seines Glückes Schmied. Und doch, wenn wir tief in uns schauen, dann spüren wir diesen Drang, endlich das zufriedene Lächeln von Mama oder Papa sehen zu wollen. Denn dann, erst dann und nur dann, bin ich auf dem richtigen Weg, habe ich Erfolg, bin ich ein guter Mann bzw. eine tolle Frau. Aber das ist schwer - oft unmöglich. Es gibt Menschen, die kann man nicht glücklich machen. Und vor allem bist du gar nicht zuständig. Niemand ist dafür zuständig, andere glücklich zu machen. Es ist deine Aufgabe, in deinem Leben für dieses Glück zu sorgen, wenn man es denn irgendwie herstellen kann. Du darfst und du kannst auf das Lächeln von Papa verzichten und du darfst und du kannst auf den stolzen Blick deiner Mama verzichten. Natürlich dürfen sie stolz sein, natürlich dürfen sie anerkennend sein, aber das macht dich eben nicht zu einem guten Mann und einer guten Frau. Steh endlich vom Abendbrottisch mit deinen Eltern auf, werde erwachsen und lass die Eltern ihren Weg gehen. Du sollst dein Glück suchen, deinen Weg gehen und du darfst ihn gehen, selbst wenn deine Eltern kein Verständnis dafür haben oder hatten, wenn du dafür Papas Kanzlei verlässt, den Hof nicht übernimmst und das Geschäft letztlich aufgegeben werden muss mangels Nachfolger. Das darfst du tun, weil du deinen Weg gehen darfst. Deine Eltern haben ihre Entscheidungen getroffen und du darfst deine treffen. Und das gilt auch in Partnerschaft und Freundschaft. Du kannst niemanden glücklich machen, das kann nur jeder für sich. Das Leben ist viel entspannter und freier, wenn du diesen befreienden Satz: "Du bist nicht dazu da, andere glücklich zu machen." lebst. Du bist nämlich nicht dafür da, die Bedürfnisse anderer zu erfüllen. Du darfst die Bedürfnisse anderer erfüllen, natürlich, aber du musst nicht. Übernimm die Verantwortung für dein Leben und belasse die Verantwortung für das Leben der anderen bei ihnen. Damit schaffst du schon viel Raum für das Leben. Das muss gar nicht so abgrenzend geschehen, wie es vielleicht klingt. Das kann auch freundlich und liebevoll geschehen, weil dahinter auch Liebe stehen soll. Dahinter steht auch das Vertrauen, dass jeder dafür sorgen kann.


2.Du bist nicht verantwortlich für die Reaktion anderer.

"Was habe ich nur getan?", denkt die Frau, als sie bemerkt, wie ihr Mann auf die Ankündigung reagiert, sich scheiden lassen zu wollen. Ja, das ist eine krassse Situation und ehrlich nicht leicht. Es gibt wenige Dinge im Leben, die menschlich so komplex sein können wie eine Scheidung. Und doch ist man nicht verantwortlich dafür, wie der Partner oder die Partnerin damit umgeht. Und das gilt erst recht auch für weniger dramatische Augenblicke und Zeiten im Leben.

Wenn du etwas wünschst und dein Partner ausrastet, dann bist nicht du es, die ausrastet und so reagiert. Wir haben immer eine Palette an Möglichkeiten, wie wir reagieren können - alle und jeder. Wir können ruhig reagieren und wir können toben, wir können wütend werden oder verletzt reagieren, wir können die kalte Schulter zeigen oder in Tränen ausbrechen, wir können rational an eine Sache herangehen oder einfach schweigen. Und du ahnst es, ich könnte mit dieser Liste einfach weitermachen. Unsere Möglichkeiten zu reagieren sind zahlreich und in Bruchteilen von Sekunden entscheiden wir, wie wir tatsächlich auf eine Frage oder einen Vorwurf reagieren.

Wir müssen nicht ärgerlich sein, auch wenn wir es oft oder meistens sind, wenn wir Vorwürfen gegenüberstehen. Zwar sind die gewohnten Wege leicht erneut zu beschreiten und es ist nicht ganz leicht, da heraus zu finden, aber es geht - ich muss nur anfangen, den neuen Weg zu gehen.

Vor allem aber ist es meine Entscheidung und es ist meine Reaktion, sie gehört niemandem sonst. Und auch wenn völlig vorhersehbar ist, wie jemand reagiert, so ist es doch seine oder ihre Sache und die Verantwortung liegt genau dort.

Das heißt nicht, dass ich einfach alles sagen und machen darf. Natürlich können meine Worte verletzen und das sollte ich vermeiden. Ich sollte nicht alles sagen, was ich denke, denn auch wenn für die Reaktion andere verantwortlich sind, muss ich ja teilweise doch damit leben lernen. Und die Aufkündigung von Freundschaft ist auch eine Reaktion, aber ob ich das riskieren will, ob es mir das wert ist, das muss ich vorher bedenken. Das heißt, dass es durchaus darum geht, mögliche Reaktionen einzukalkulieren und dann zu überlegen, was ich am besten sage. Denn auch das, was ich sage, ist vermutlich eine Reaktion auf etwas, und damit liegt die Wahl meiner Worte und meiner Stimme ganz bei mir.


3. Du musst nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein.

Wirklich? Musst du makellos sein, ohne Schatten und Narben, ohne dunkle Seiten und fehlerhaftes Verhalten, ohne Sünde und ohne verborgene Geheimnisse? Viele versuchen so zu leben, sie rennen einem Ideal von sich hinterher, dass sie nie erreichen, weil niemand ideal ist. Jeder hat so seine eigenen Schwächen und dunklen Geheimnisse, jeder hat Fehler und kann auf eine lange Liste von Fehltritten zurückblicken. So ist jeder Mensch und das zu akzeptieren, zu akzeptieren als menschlich, als normal, als die Art und Weise, wie Menschen nun mal sind, ist ein wichtiger Schritt zu mehr Freiheit. Es entsteht so viel Stress im Leben, wenn wir perfekt sein wollen, um uns den Wert zu verdienen, um jemand zu sein. Sehr schön kann man das im Bereich der Schönheit und des Aussehens erkennen. Was wird nicht alles getan und was für Geld wird nicht alles ausgegeben, damit dieser kleine Pickel verschwindet und das bisschen Fett sich endlich auflöst. Und wenn ich im Fitnessstudio bin und sehe, wie manche jungen Männer sich im Spiegel betrachten. Ja, klar, kann man machen, aber ist das dein Menschsein, dein Mannsein? Und wenn die Muskeln sich nicht optimal definiert zeigen, wenn es mit dem Muskelwachstum nicht richtig klappt, dann fühlt man sich miserabel und zweifelt an sich. Natürlich kann man das alles machen, aber wenn es darum geht, die perfekte Haut und die perfekten Muskeln zu haben, dann hängt an solchen Dingen meine Wertigkeit. Und dann gilt es genau das zu lernen, möglichst früh, dass nämlich mein Wert unabhängig von meinem Verhalten ist, von meinem Aussehen und meiner Karriere. Das zu erfahren - das kann man nicht nur denken, man muss es ins eigene Mark aufnehmen, dann erst kann ich wirklich erkennen: ich bin, also bin ich wertvoll. Und genauso ist es. Schau dir deine Makel an, deine Jugendsünden, deine Narben, dein Versagen - lege sie alle nebeneinander und dann sage dir, dass du mit all dem total wertvoll und liebenswert bist.


4. Du kannst die Welt nicht retten.

Es ist eine Zeit der Aktivisten, derjenigen, die sich gegen den Klimawandel einsetzen, gegen Krieg, für die Gleichberechtigung, gegen Waffenlieferungen, für die Homöopathie, gegen die Inflation, für den Erhalt des Waldes und so weiter. Überall sind vor allem auch junge Menschen aktiv, setzen sich ein, demonstrieren und versuchen etwas zu bewegen. Doch bei einem Teil solcher Aktivitäten ist auch Ernüchterung eingetreten und sogar so etwas wie ein Burnout. Sie spüren, dass sich nicht alles so einfach bewegen lässt, dass der lange Atem, den man haben soll, oft schwer auszuhalten ist und manches Engagement leidet unter der Vergeblichkeit: Es hat sich eben doch nichts geändert. Vielleicht ist das sehr typisch gerade für jüngere Menschen, die ins Leben aufbrechen, die den elterlichen Tisch verlassen, die Schule hinter sich lassen, um endlich eigenverantwortlich zu handeln, dass sie meinen, die Welt retten zu können. Natürlich haben das, wenn auch vielleicht mit weniger jugendlicher Frische versehen, ältere Menschen auch. Es ist die Haltung, man müsse die Welt retten, alle müssten davon überzeugt werden, dieses oder jenes zu tun. Wenn ich es nicht mache, dann macht es niemand. Und ja, das Engagement ist sehr wichtig und bewegt auch etwas. Doch zu meinen, die Welt retten zu können, das ist eine Hybris, die man sich vielleicht mit 18 oder 19 Jahren noch so gerade leisten kann. Aber irgendwann sollte man schon einsehen, dass das nicht meine Aufgabe ist - zumindest nicht allein. Ich kann überzeugen, ich kann bewegen und ich kann verändern, doch retten, das kann ich nicht. Und es gehört zu den schönen Seiten des Christentums zu wissen, dass die Welt in spiritueller Hinsicht bereits gerettet ist - nicht das Klima oder die wandernden Frösche an der Autobahn natürlich. Aber diese grundlegende Rettung von allem, was existiert und lebt, diese Rettung ist ein für alle Mal vollzogen. Da habe ich nichts mehr beizutragen und ich brauche auch nichts mehr beizutragen. Hör auf damit, die Welt zu retten, steig aus der Hybris aus und erkenne, was du tun kannst. 


5. Du kannst nicht ändern, was nicht in deiner Macht steht.

Das Gegenteil dieses Satzes ist so weit verbreitet - es ist unglaublich. Zunächst scheint uns klar zu sein, dass wir natürlich nur die Dinge verändern können, über die wir auch Macht haben. Und das ist weniger, als du denkst. Hast du schon mal versucht, einer Katze etwas beizubringen? Oder bist du schon mal daran gescheitert, deinem Sohn das Aufräumen des Zimmers anzuerziehen? Zumindest bei den Söhnen mag es dann und wann mal mit erheblichem Druck und Belohnungsstrategien funktionieren. Doch wehe, wenn man ohne ihn in den Urlaub fährt. Oder hast du schon mal versucht, den Partner oder die Partnerin zu ändern? Du kannst nur etwas verändern, was wirklich in deiner Macht steht. Weder über Katzen noch über pubertierende Jugendliche hast du Macht - das scheint nur manchmal so. Und über Partner und Freundinnen hast du noch viel weniger Macht. Es ist nicht viel, worüber du wirklich verfügen kannst. Das ist besonders wichtig, wenn du etwas vorhast. Du kannst im Grunde immer nur bitten, mehr kannst du nicht tun. Natürlich besteht die Möglichkeit, Druck auszuüben und Erziehung erfolgt daher meistens über Druck und Belohnung. Doch je älter sie werden, umso weniger funktioniert das. Viele Menschen setzen sich so Ziele, die garantiert in den Misserfolg führen. Denn wenn das Ziel nicht bedeutet, dass ich etwas ändern will, sondern, dass andere sich ändern sollen, ist es ungültig. Du solltest deine daher Ziele immer so wählen, dass es um etwas geht, dass du tun kannst und niemals um etwas, was andere tun sollen oder können. Viele Ziele scheitern gerade daran, dass die Zuständigkeit gar nicht in meiner Macht steht. Willst du einen angenehmeren Chef? Steht nicht in deiner Macht. Willst du mit deinem Partner unbedingt den Urlaub auf Thailand verbringen? Steht nur zu 50% in deiner Macht. Willst du, dass du nicht mehr alleine bist - steht nur zu einem geringen Prozentsatz in deiner Macht. Du kannst andere nicht dazu bringen, mit dir zusammen zu sein. Suche dir also ein Ziel, auf dessen Umsetzung du auch zu mindestens 90% Einfluss hast. Es ist der "Trick" mancher Erfolglosen, sich Ziele zu wählen, die nicht in ihrer Macht stehen, um dann wieder im Misserfolg zu landen. Du kannst in den meisten Fällen nur bitten und verändern, was du für dich verändern kannst. Und dazu kann es gehören, anders mit nicht von dir verursachten Phänomenen umzugehen. Aber ob jemand pünktlich zu einem Treffen kommt oder nicht, darüber hast du keine wirkliche Macht, du kannst darum bitten und du kannst zukünftig anders damit umgehen. Mehr kannst du nicht tun.


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