Nutze diese verborgene Fähigkeit in dir!

16. Mai 2026

Wir haben eine fundamentale Fähigkeit verlernt. Wir haben verlernt, zu spüren. Das klingt so simpel. Doch genau dieses Spüren ist uns abhandengekommen, besonders in unserer westlichen Welt. Wir funktionieren, aber wir spüren nicht mehr.

Ein Großteil unserer Zivilisationskrankheiten hängt direkt damit zusammen. Herz-Kreislauf-Probleme, Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zu Krebserkrankungen – sie entstehen nicht aus dem Nichts. Das fehlende Spüren ist natürlich nicht der einzige Auslöser. Aber es bildet den Nährboden. Wir spüren nicht mehr, was in uns vorgeht. Wir spüren nicht mehr, was gut für uns ist. Wir haben die Wahrnehmung für unseren eigenen Körper verloren.

Wir leben im Kopf. Wir denken. Wir interpretieren. Unser Alltag, allen voran die digitale Welt, ist fast ausschließlich Kopfarbeit. Der Körper wird dabei gar nicht mehr gebraucht. Dadurch haben wir Schritt für Schritt den Kontakt zu uns selbst eingebüßt. Wir fühlen zwar Emotionen – Angst, Sorge, Stress. Aber Spüren ist etwas fundamental anderes. Es ist basal. Es ist die Grundlage.


Der intellektuelle Glaube

Dieser Verlust zeigt sich auch in unserer Spiritualität. Wenn wir heute von Glauben sprechen, findet das meist oben im Kopf statt. Wir glauben an etwas, aber wir erspüren es nicht. In der westlichen christlichen Tradition spielt das körperliche Erspüren des Göttlichen kaum noch eine Rolle. Das ist dramatisch.

Wenn wir uns ausschließlich auf den Verstand ausrichten, wie soll dann eine wirklich tragende Spiritualität entstehen? Wie willst du Gott erfahren, ohne deinen Körper mit einzubeziehen?

Die östlichen Traditionen haben dieses Wissen bewahrt. Yoga und Tai-Chi basieren zum Großteil auf sehr langsamen Bewegungen. Der Grund dafür ist einfach: Diese Bewegungen lehren das Spüren. Erst wenn du das Spüren wieder erlernst, öffnet sich ein tieferer Weg. Das Spüren wird deine persönliche Spur zum Göttlichen.


Was genau ist Spüren?

Spüren geschieht primär über den Körper. Es unterscheidet sich vom Fühlen, das oft mit einer starken gedanklichen Bewertung verknüpft ist. Spüren ist erst einmal rein physisch. Ein Druck im Bauch, ein Grummeln im Magen – das ist der direkte Ausdruck eines Spürens.

Die Neurowissenschaft zeigt uns, dass es zwei grundlegende, voneinander unabhängige Arten des Spürens gibt:

  • Zustimmung: Ein klares „Ja, ich will in Kontakt gehen, ich öffne mich.“
  • Abwehr: Ein klares „Nein, ich möchte Abstand, ich verschließe mich.“

Beide Impulse können gleichzeitig aktiv sein. Das bezeichnen wir dann als gemischte Gefühle. Daran ist überhaupt nichts falsch. Das eigentliche Problem beginnt dort, wo wir diese Impulse ignorieren oder gar nicht mehr wahrnehmen. Wir spüren körperlich, dass eine Handlung oder eine Situation nicht gut für uns ist – und tun es trotzdem. Wir folgen einer äußeren Agenda, aber nicht der unseres Körpers.


Die innere Navigation wiederfinden

Wir müssen nicht jedem Impuls blind nachgeben. Unser Gehirn ist in der Lage, bewusste, übergeordnete Entscheidungen zu treffen. Aber wir tun schlichtweg zu viele Dinge, die uns im Kern zuwider sind. Das erzeugt Dauerstress und fördert langfristig Krankheiten.

Das Spüren ist unsere innere Navigation. Nicht unsere erdachten Konzepte leiten uns sicher, sondern das physische Spüren. Wenn wir dieser Navigation wieder vertrauen, kommen wir in Einklang mit unserem inneren System.

Stell dir vor, neunzig Prozent deiner Handlungen stünden in tiefer Übereinstimmung mit deinem Inneren. Das ist das solideste Fundament für ein gesundes Leben. Es ist keine Garantie gegen Schicksalsschläge oder schwere Krankheiten. Aber es gibt deinem System die bestmögliche Resilienz.

Psychische Belastung und Krankheit entstehen oft genau dann, wenn wir nur noch zu zehn oder zwanzig Prozent im Einklang mit uns leben – wenn wir permanent Dinge tun, die wir eigentlich nicht wollen.


Eine Einladung zur Selbstkenntnis

Das gilt für deinen Alltag genauso wie für deine Spiritualität. Beobachte dich selbst. Nimm einen Satz oder einen Gedanken, der dir wichtig erscheint. Sprich ihn laut aus. Und dann spüre nach. Wie reagiert dein Körper auf diese Worte? Zieht er sich zusammen oder öffnet er sich?

Daraus müssen keine sofortigen Konsequenzen folgen. Aber du kannst diese Reaktion erforschen: Warum reagiere ich so abwehrend? Warum fühle ich mich so hingezogen? Wenn du diesen Signalen folgst, lernst du unglaublich viel über dich selbst. Du kannst irgendwann mit Klarheit sagen: „Diesen Satz brauche ich nicht mehr. Mein Körper sagt mir, dass er für mich nicht stimmt.“


Was spürst du genau jetzt?

Ich lade dich ein, die Dinge in deinem Leben in den nächsten Tagen einmal nur über das Erspüren zu bewerten. Öffnest du dich dafür oder verschließt du dich?

Probier es jetzt, genau in diesem Moment: Spüre in dich hinein. Was nimmst du in deinem Körper wahr? Suche nicht nach abstrakten Gefühlen wie Hoffnung oder Liebe. Suche die konkrete physische Reaktion. Ist dein Körper weit oder eng? Es gibt dabei kein Richtig oder Falsch. Wie du spürst, so spürst du. Das ist in diesem Moment deine Realität.

Nimm diese simple Frage mit in deinen Alltag: Was spüre ich eigentlich gerade?

Wenn du morgen deine Tasse Kaffee trinkst: Was sagt dein System dazu? Dein Kopf sagt vielleicht: „Ich brauche das jetzt.“ Aber was sagt dein Körper? Signalisiert er Abwehr oder Zustimmung?

Wer dauerhaft gegen sein inneres System lebt, verliert an Lebenskraft. Beginne wieder, diese einfachen, körperlichen Signale ernst zu nehmen. Lerne, wieder richtig in deinem Körper zu spüren. Dadurch veränderst du dein Leben massiv zum Guten. Du findest zurück in deine Mitte, in den Einklang mit dir selbst – und in den Einklang mit dem Leben.


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