Werden wir wiedergeboren?

8. Oktober 2022

Seit einigen Monaten drücke ich mich vor einer Frage zum Leben nach dem Tod. Nun ist sie mir gestellt worden und ich will mich dem nicht länger entziehen, denn es lebt sich leichter und klarer, wenn wir für uns selbst eine Antwort gefunden haben. Wenn Du eine klare Haltung dazu hast, dann hilft Dir das, Dein Leben zu leben.
Hier die Frage, die mir Michaela zugesandt hat:

Lieber David, glaubst Du an die Wiedergeburt,
in dem Sinne, dass dieselbe Seele sich nach dem Tod vom Körper trennt
und irgendwann dann in einem anderen Körper inkarniert?

Danke, Michaela, für die Frage. Ich weiß, dass viele ein ähnliches Anliegen haben. Wir alle fragen uns, wie es nach dem Tod weitergeht. Werden wir leben oder kommt nach dem letzten Atemzug der Blackout, das war es, vorbei ist das Leben und ich merke es nicht einmal.
Oder wird es so sein, dass wir ganz zurückkehren zu Gott, einfach so.
Oder aber werden wir erneut auf die Erde geschickt, bis wir unsere Aufgabe erledigt haben oder unser Karma abgearbeitet ist?
Wie denkst Du darüber?


Nahtoderfahrungen

Es gibt inzwischen unzählige Berichte von Menschen mit ´Nahtoderfahrungen. Diese Berichte sind oft sehr berührend und geben einem Hoffnung für das Leben danach. Ein langer dunkler Tunnel ist oft zu sehen, an dessen Ende ein helles Licht erstrahlt. Dann eine Art Garten oder Park, zumindest eine wunderschöne Landschaft und eine unbeschreibliche Liebe sind zu spüren, die man mit Worten nicht beschreiben kann und die alles übertrifft, was man auf Erden kennt. Und dann kommen oft ein Engel oder Jesus, manchmal auch zuvor Verstorbene, die man kannte und die den gerade Verstorbenen ansprechen. All das ist eine Erfahrung, die unbeschreiblich sein muss und viele Menschen auf immer verändert.
Aber diese Berichte geben uns keine Auskunft darüber, ob wir wiedergeboren werden oder nicht. Immer gibt es eine Schwelle, die nicht überschritten wird, denn wenn man sie überschreitet, dann gibt es kein Zurück mehr und niemand könnte von der Nahtoderfahrung berichten.
Es mag also keinen Blackout geben, aber ob wir wiedergeboren werden, ist durch Berichte von Nahtoderfahrungen noch nicht entschieden.
Wir alle tragen die Sehnsucht nach einem Leben nach dem Tod in uns, die Sehnsucht, für immer zu leben, nicht aufzuhören und dass der Tod keine Macht über uns hat. Was tun wir nicht alles dafür? Jede kleine Tablette, die ich schlucke, ist ein Zeichen dafür, im Grunde sogar jeder Urlaub und vieles andere mehr. All das tue ich, um dem Leben ein paar Tage zusätzlich abtrotzen, länger zu leben und das natürlich möglichst fit und gesund.
Mir geht es da nicht viel anders.
Wir können uns dieser Sehnsucht kaum entziehen, es ist wie ein Instinkt in uns.
Aber irgendwann wird es dann doch so sein, wir werden sterben. Und dann? Was wird dann geschehen?


Christliche Vorstellung vom Leben nach dem Tod

Die christliche Vorstellung sagt, dass wir dann zu Gott heimkehren. Im Christentum hat sich Reinkarnation nie durchsetzen können. Es gab Versuche, aber die haben nicht wirklich Fuß gefasst und blieben auf eine kleine Anzahl von Menschen und Gruppen beschränkt.
Nein, im Christentum besteht die feste Vorstellung, dass wir nur einmal leben und dass es nach dem Tod kein neues Leben auf Erden geben wird. Es gibt auch keine Vorstellung von einem Leben vor der Geburt, als eine Präexistenz. Mit der Zeugung beginnt unser Leben und mit dem letzten Atemzug endet es.
Dann beginnt unser Leben in der Ewigkeit. Es folgt das Gericht und dann hoffentlich das Dasein im Himmel, also bei Gott.
Soweit mal ganz kurzgefasst die christliche Vorstellung.
Und doch scheint diese Vorstellung vielen nicht zu genügen. Sie wollen nicht irgendwo sein, sondern wieder auf Erden leben.
Diese Vorstellung kennen wir vor allem aus dem Hinduismus und Buddhismus und sie ist über diesen Weg auch bei uns populär geworden.
Es scheint eine schöne Vorstellung für viele zu sein, doch nochmal zurückzukommen, auch wenn man sich an das vorherige Leben nicht erinnern kann.
Es ist nicht so, dass man bei der Reinkarnation weiß, dass man schon zwei, drei oder mehr Leben auf dem Buckel hat.
Das Vergessen der vorherigen Lebenszeiten gehört dazu.


Karma und Letztes Gericht

Das Karma, das in diesen Zusammenhang gehört, ist dabei eine Art Konto, das ich in die Miese gebracht habe. Ich habe einen Minusstand und erst, wenn ich diesen Minusstand ausgeglichen und ein positives Ergebnis habe, kann ich aus dem Zyklus der Wiedergeburt aussteigen und gehe in Gott ein.
Was bedeutet, dass ich eine Schuld abtragen muss, von der ich nichts mehr weiß.
Das Gericht im Christentum und Karma sind Modelle, um eine letzte Gerechtigkeit herbeizuführen, damit die Menschen, denen unendliches Unrecht auf Erden angetan wurde, eine Hoffnung haben, dass sie dafür einen Ausgleich bekommen oder sich damit einen eigenen Ausgleich schaffen.
Denn ansonsten würden viele fragen: Warum soll ich gut sein, wenn am Ende alle gleich behandelt werden, wenn es für die Bösen keine letzte Bestrafung gibt und für die Opfer keinen letzten Ausgleich?

Soweit zu diesen verschiedenen Vorstellungen. Und nun zu mir.
Wie sehe ich das?


Gibt es eine Reinkarnation? 

Ich sagte ja schon, dass ich mich lange Zeit schwer mit dieser Frage getan habe. Doch in den letzten Monaten ist eine Vorstellung in mir herangereift, von der ich gerne berichte.
Zunächst glaube ich, dass wir nach unserem Tod, wenn wir die Schwelle überschreiten, von der viele aus Nahtoderfahrungen berichten, dass wir dann ganz in Gott eingehen.
Wir sind hier auf Erden sozusagen Teilpersönlichkeiten Gottes und nach dem Tod hören wir auf das zu sein.
Es ist für mich die wichtigste Botschaft und das, was ich wirklich fest glaube, dass alles aufgehoben und alles einen Platz bekommen wird. Wir sind nicht mehr von Gott notwendig abgespalten. Als Menschen können wir nur Mensch sein, wenn wir eine gewisse Unabhängigkeit von Gott haben. Diese Unabhängigkeit verschwindet nach unserem Tod und wir sind ganz eins mit Gott.
Dieser Prozess des Eingehens, der Prozess, uns als Menschen in unserer Körperlichkeit aufzulösen, den Körper also zu verlassen und heimzukehren, der kann schmerzlich sein, weil wir alles, was nicht göttlich an uns ist, werden erkennen und lassen müssen. Dieser große Wandlungsweg ist notwendig und wichtig, damit wir heimkehren können. Er ist nicht mit Bosheit und Strafe versehen, sondern er ergibt sich aus unserem Tun.
Ich sehe keinen Richter, der über uns klagt und uns verurteilt, niemanden, der uns in irgendeine Folterkammer sperrt.


Die große Wandlung

Ich sehe nur, dass wir vergöttlicht werden und daher alles lassen müssen, was sich dem widersetzt. Es ist wie ein großer Transformationsprozess, wie ein sich Häuten.
Und wenn wir diesen Prozess durchlaufen haben, dann sind wir ganz bei Gott, wir sind Gott. Es gibt keine Trennung mehr, es gibt nur noch das Eine und das ist Gott.
Unser irdisches Leben ist vorbei, das, was uns ausmacht, wie unsere Vorlieben und Neigungen, unsere Beziehungen. All das ist vorbei und spielt keine Rolle mehr. Aber wir verspüren dabei kein Defizit, in Gott gibt es keine Defizite, gibt es kein Verlangen nach etwas, gibt es nicht das Leiden daran, nicht mehr bei den Freunden zu sein oder nicht mehr ich zu sein.
In Gott ist alles so aufgehoben, alles ist heil und vollständig.
Und da es keine Trennung gibt, kein Du und ich, kein Gott und ich, ist jede Inkarnation – und ich bin der Meinung, dass jedes Menschenleben eine Reinkarnation ist – dass also jede Inkarnation eine Reinkarnation auch von mir ist.


Die große Einheit

In Gott kann man nicht trennen zwischen dem, was ich bin und was andere sind.
Das gibt es hier auf Erden, aber in der göttlichen Einheit gibt es das nicht. Wir sind dann göttliches Bewusstsein und uns dessen als Gott völlig bewusst, aber eben nicht mehr getrennt.
Ich lebe in jedem Menschen fort, so sehe ich das und das ist meine Meinung dazu.
Ich kenne natürlich auch die Berichte von Menschen, die berichten, schon mal gelebt zu haben, Ich glaube aber, dass diese Menschen in Berührung mit einem wissenden Feld gekommen sind, dass ihnen zur Verfügung steht und ihnen diese Einsicht gegeben hat.
Denn auch das denke ich. Alles, was wir tun, ist in diesem wissenden Feld aufgehoben und gespeichert. Dort ruht alles, egal, was wir gemacht und gedacht haben. Nichts geht verloren.
Manche nennen das die Akasha-Chronik. Ich ziehe den Begriff ‚wissendes Feld‘ vor.
Vorsichtig muss man mit vielen sehr konkreten Vorstellungen vom Leben nach dem Tod sein, was dann alles passiert und sein wird. Das sind Konzepte und ich bin vorsichtig, wenn man zu genau meint zu wissen, was nach dem Tod passiert.
Für mich ist es zentral zu wissen, dass ich selber ein Teil von Gott bin, dass nichts verloren geht und ich wieder heimkehre in die Einheit und in die Fülle. Alle Wunden werden geheilt und alle Schuld getilgt.



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