Die einfachste Meditation überhaupt – für jeden Ort geeignet

21. Mai 2022

Hier möchte ich Dir eine Meditationsform vorstellen, die Du immer und überall machen kannst. Denn ich vermute, es geht uns allen einmal so, dass wir einfach keine Zeit haben unsere übliche Meditation zu machen. Oder wir fühlen uns gerade sehr unruhig und können uns nicht vorstellen, still zu sitzen um zu meditieren. 

Das ist eine Situation, die jede und jeder von uns schon einmal erlebt hat. Und gerade dann braucht es eine Form von Meditation, die nicht an einen Ort gebunden ist und die Du auch mitten in der Stadt oder während Du in der Straßenbahn sitzt, machen kannst. Und genau darum soll es heute gehen, wie kannst Du meditieren und spirituell leben, wenn Du wenig Zeit hast und wie kann der ganze Alltag spirituell geprägt sein.

Vielleicht hast Du auch schon einmal einen Meditationskurs besucht, bist mit tiefen und guten Erfahrungen nach Hause gefahren und hast Dir fest vorgenommen, von nun an jeden Morgen vielleicht sogar jeden Abend zu meditieren. Manchmal klappt das auch noch ganz gut und Du setzt Dich jeden Morgen hin, meditierst 20 Minuten und stehst dann erfrischt auf, um in den Tag aufzubrechen. Doch nach ein paar Wochen passiert es, dass Du vielleicht früher zur Arbeit musst, dass Du einen Termin hast, dass Du schlecht geschlafen hast oder etwas anderes passiert, was sich in den Vordergrund schiebt und die morgendliche Meditation erschwert. 

Du vergisst einfach zu meditieren oder Du musst andere Schwerpunkte setzen. Das ist etwas ganz Normales und das geht jedem und jeder von uns so. Auch ich kenne das und habe das schon bei mir erlebt. Und schnell wird es dann so, dass aus einer kurzen Zeit oder einem Tag, an dem ich meine Meditation unterbreche plötzlich eine Woche oder Monate werden und ich dann sehr viel Zeit brauche und sehr viel Energie aufwenden muss, um wieder mit der Meditation zu beginnen.

Und es gibt noch eine andere Sache die ich in diesem Zusammenhang wichtig finde zu erwähnen. Denn unser tiefes Anliegen ist es ja meistens, dass wir unseren Alltag selber spirituell erleben wollen. Wir wollen ja nicht nur während der Mediationszeit eine spirituelle Erfahrung machen. Wir wollen, dass unser Alltag selber zu einem Ort von Spiritualität wird. Und da stellt sich die Frage: Wie kann das gelingen? 

Karlfried Graf Dürckheim hat ein kleines Büchlein geschrieben mit dem Titel “Alltag als Übung”. Und darin beschreibt er eine Möglichkeit, wie wir unseren ganzen Alltag als eine Übung auffassen. Unter anderem berichtet er in diesem kleinen Buch davon, wie ein Gang zum Postkasten zu einer Möglichkeit werden kann, wie Du wieder zu Dir selbst zurück findest und Dich wieder für Deine Seele öffnest. Mit anderen Worten war es für Graf Dürckheim ganz klar, dass jeder Augenblick unseres Alltags ein Augenblick spiritueller Erfahrung sein kann. Spiritualität findet nicht allein in der Meditation statt. Die Meditation bereitet uns darauf vor, offen zu sein für spirituelle Erfahrung in unserem Alltag. Dort ist der Ort für unsere Spiritualität. Die Meditation ist nur eine Übung und eine innere Vorbereitung für diesen Alltag. Die Meditation macht uns sozusagen transparent, sie öffnet uns, damit wir offener werden für die göttliche Gegenwart in unserem Alltag, für die Transzendenz während wir einkaufen, für das Göttliche, das uns begegnen will während Du im Auto sitzt. Nicht die Meditation ist das Spirituelle, sondern der Alltag ist das Spirituelle.

Und so kann jeder Gang, jeder Schritt ein Augenblick des Übens sein, kann ein Augenblick sein, eine spirituelle Erfahrung zu machen. Es ist lediglich eine Frage, in welcher Haltung ich das tue. Wenn ich die Dinge tue, indem ich sie automatisch vollziehe, sozusagen im Autopilot laufe, dann wird daraus niemals eine spirituelle Erfahrung werden.

Damit etwas, egal was es ist, zu einer spirituellen Übung wird, braucht es nicht viel. Zunächst braucht es Bewusstsein. Ich muss das, was ich tue, bewusst tun. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung dafür, dass ich das Tun dann auch als ein spirituelles Tun erleben kann. Dann sollte es ein Tun sein, das nicht zu viel Denken erfordert, das ich sozusagen automatisch machen kann, ohne aber in so einen unbewussten Zustand abzugleiten. Und am besten ist es so, dass es ein Tun ist, das sich wiederholen lässt. Und damit kann jedes Tischdecken, das Öffnen eines Briefes oder das Öffnen einer Tür oder wenn Du den Müll wegbringst, all das kann eine spirituelle Übung sein. Wenn Du sie bewusst tust, in Dich hinein spürst und vielleicht darin sogar auch eine symbolische Handlung erkennst und wahrnehmen kannst, dann kann all dies und vieles mehr zu einer wirklichen spirituellen Erfahrung werden und so zu Deinem spirituellen Leben dazu gehören

Für mich ist Meditation ein Teil des kontemplativen Lebens und das ist mein Anliegen mit meinen Videos und Texten, Dir diesen Weg in ein kontemplatives Leben zu zeigen. 

Im kontemplativen Leben ist die Meditation nur eine Übung, um uns vorzubereiten auf den Alltag. Denn hier geht es darum, das ganze Leben in den Blick zu nehmen, jeden Augenblick unseres Lebens in den Blick zu nehmen und diesen, spirituell zu verstehen. Ich sehe das immer wieder, wie Menschen meinen, wenn sie meditieren, dann sind sie spirituell. Und es wird viel Zeit investiert und vielleicht auch Geld in Kleidung, man überlegt, wie der Meditationsplatz aussehen soll, manche legen sich auch einen anderen Namen zu. Das kann man alles machen, aber das ist alles noch nicht spirituell. 

Spirituell ist nicht, zu Seminaren zu fahren. 

Spirituell ist nicht, viele Bücher gelesen zu haben. 

Spirituell ist nicht, eine besondere Sprache zu pflegen und besondere Worte zu benutzen. 

Spiritualität ist schlicht und einfach Alltag. 

Ist gelebter Alltag und wenn es mir nicht möglich ist, meinen Alltag als einen spirituellen Ort und als eine spirituelle Zeit zu erleben und aufzufassen, dann habe ich etwas Grundsätzliches nicht verstanden. Und das ist der Fall, wenn es etwas von meinem Alltag Abgekapseltes ist, weil der Alltag so ist wie er ist, weil er manchmal langweilig ist, weil ich dort wütend werde, weil ich mich ängstige, weil ich mich ärgere, weil die Menschen so sind wie sie sind. Wenn das alles abgekapselt ist von meiner Spiritualität, dann lebe ich nicht wirklich, dann lebe ich in einem Elfenbeinturm, dann lebe ich in einem Traum, der vielleicht schön sein mag, aber es hat nichts mit Spiritualität zu tun. Spiritualität geschieht auf dieser Erde, hier wo wir sind, in diesem Augenblick, in der Situation, in der wir uns jetzt befinden, dort findet Spiritualität statt.

Nun aber stellt sich die Frage, was ist denn nun, wenn es mir nicht gelingt zu meditieren, wenn ich gerade keine Zeit habe, wenn ich gerade in der Situation bin, wo ich aber eine Meditation brauche, wo ich mich innerlich orientieren und sammeln möchte, wo ich mich an das Göttliche anschließen möchte und genau dafür habe ich eine Übung für Dich. Die Du immer und überall machen kannst, es ist die einfachste Form der Meditation, die in jedem Augenblick Deines Alltags möglich ist und womit Du jeden Augenblick Deines Alltags spirituell erleben und gestalten kannst. Und diese Übung, die möchte Dir jetzt vorstellen.

Ich weiß nicht, wo Du gerade diesen Text liest. Vielleicht sitzt Du irgendwo, und musst warten oder Du bist zu Hause, es ist egal, suche Dir irgendetwas aus, was Du anschauen kannst, es völlig egal, was es ist. Es muss nichts Spirituelles sein oder Religiöses oder etwas Ähnliches. Irgendetwas! Ich schaue zum Beispiel gerade auf meine Blumen. Lass Dir Zeit und betrachte den Gegenstand ohne über ihn nachzudenken, bis Du ruhiger geworden bist.

Und nun möchte ich Dich bitten, dass Du nicht mehr mit Deinen Augen auf den Gegenstand fokussierst, sondern auf den Raum dazwischen. Fokussiere Deinen Blick auf den Raum zwischen Dir und dem Gegenstand und dort verharre und bleibe. Und Du wirst dann spüren, wie Du in einen anderen Bewusstseinszustand kommst. Du spürst, wie Du Dich von den Dingen um Dich herum ein wenig distanzierst und das ist nötig für die Meditation. Und genau das ist Meditation im Alltag. Das ist eine Möglichkeit, mitten im Alltag vielleicht nur für wenige Sekunden zu meditieren, anzudocken an das göttliche Sein, auf Distanz zu gehen zu all dem, was jeden Tag auf Dich einströmt. Das gibt Dir die Möglichkeit wieder bei Dir anzukommen.

Und auch in schwierigen Situationen Deines Lebens kannst Du so wieder Raum gewinnen. Denn oft sind wir so absorbiert von dem, was um uns herum passiert, dass wir den Raum dazwischen gar nicht mehr wahrnehmen können. Dieser Raum aber ist es, der uns die Möglichkeit gibt, wieder Kraft zu schöpfen und zur Ruhe zu kommen.

Natürlich ist das kein Ersatz für eine längere Phase von Meditation, die natürlich intensiver wirken kann, das ist für mich keine Frage. Aber hier geht es ja darum, dass Du Übungen zur Verfügung hast, um Deinen Alltag verwandeln können. Und diese Übung wird Deinen Alltag verwandeln können. Denn diese Übung kannst Du immer und überall machen. 

Vielleicht kennst Du selber noch weitere Übungen und hast Ideen, wie man Spiritualität im Alltag leben kann. Schreibe mir dann gerne einen Kommentar hier unter diesem Text.


korrgiertes Transskript


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