Die Kraft Deiner Gedanken

21. Juni 2022

Folgende Mail erhielt ich vor ein paar Tagen:

„Hallo David, mich beschäftigt bzw. ich frage mich immer wieder, wie viel Macht oder Kraft denn eigentlich Gedanken haben. Sind es manchmal auch Vorboten eines Ereignisses, das ich eigentlich gar nicht wissen kann? Oder sind es Ängste, die ich habe oder sind es überhaupt meine Gedanken? Ich mache immer wieder bestimmte Erfahrungen, die mich dann richtig beschäftigen, sodass ich manchmal bei zu vielen wilden Gedanken „stopp“ sage, weil ich nichts heraufbeschwören will. Woher kommen diese Gedanken? Ein Beispiel: Eine Frau, die ich nur von Facebook kenne, weil sie immer ihre Katze postet, liebt die Katze offensichtlich über alles. Ich dachte ein paar Tage bevor die Katze krank wurde noch, dass es eine Katastrophe wäre, wenn die Katze mal stirbt oder krank werden würde. 10 Tage später war sie tot. Da fragt man sich, wieso man ausgerechnet solche Gedanken kurz vorher hatte. Oder auch wenn ich mich freue, dass ich schon lange nicht mehr krank gewesen bin, schwupp, werde ich kurze Zeit später krank. So hab ich in letzter Zeit mehreres erlebt, das sind jetzt nur zwei Beispiele. So passiert es mit Gutem, aber auch nicht so Gutem. Dann frage ich mich, ist das alles Zufall, oder irgendein unbewusstes Wissen. Kann ich es in gewisser Weise steuern? Von der Wirkung der Meditation des Mitgefühls bin ich übrigens überzeugt. Mich würde Deine Meinung zur Kraft oder Macht der Gedanken generell interessieren und vielleicht auch der eine oder andere Kommentar von anderen. Viele Grüße Ingrid“

Liebe Ingrid, vielen Dank für Deine Frage, die ich heute gerne beantworte.

Ich möchte dafür zunächst ganz grundsätzlich etwas zum Denken und den Gedanken sagen, um dann Deine Fragen zu beantworten.

Wenn wir über das Denken sprechen, dann müssen wir auch über unser Gehirn sprechen, denn die Gedanken sind ja Ausdruck und Produkt unserer Hirnaktivitäten. Und da gibt es die alte Frage, was zuerst da war, der Gedanke oder das Gefühl. War zuerst die Einsicht da, dass die Situation gefährlich ist oder war zuerst die Panik da? 

Denken ist ein spätes Produkt unserer evolutionären Entwicklung. Tiere können in dem Sinne nicht denken, da sie nicht über die entsprechenden Teile des Gehirns verfügen, die dafür notwendig sind. Tiere reagieren daher vornehmlich instinktiv und dafür braucht es keine Gedanke.

So wie ich nicht denken muss, damit mein Bein hoch schnellt, wenn der Mechanismus in meinem Knie mit einem kleinen Hammer aktiviert wird.

Top-Down-Prozesse

Grundsätzlich gibt es im Gehirn zwei Arten von Prozessen.

Es gibt die Top-Down-Prozesse, das heißt: von oben nach unten. Oben sind die Prozesse, die wir mit dem Denken in Verbindung bringen. Wenn ich versuche mir etwas abzugewöhnen, dann versuche ich es meistens durch einen Top-Down-Prozess. Ich nehme es mir vor, schreibe mit vielleicht Erinnerungskärtchen, versuche mich selbst immer wieder bewusst daran zu erinnern, dass ich jetzt nicht den Schokoriegel esse oder zur Zigarette greife. So versuche ich über eine Veränderung meines Denkens tiefgehende Veränderungen herbeizuführen.


Bottom-Up-Prozesse

Dann gibt es auch die Bottom-Up-Prozesse. Hier beginnt alles mit einem Affekt, also mit einem inneren Gefühl oder einer Stimmung, die langsam aus den Tiefen meines Gehirns auftauchen, zunächst als unklares Gefühl da sind und dann mit der Zeit sich zu einem Gedanken verdichten und sich darin ausdrücken. Das sind die Prozesse, die ganz typisch für Süchte sind.

Bei einem Bottom-Up-Prozess wird auch der Körper mit einbezogen. Und im Körper gespeicherte Erinnerungen und Träume gehen einen ähnlichen Weg und ich wundere mich dann, warum ich vor etwas Angst habe, obwohl rational keine Gefahr besteht und ich auch keine Erinnerung dazu besitze. Dennoch taucht aus der Erinnerung meines Körpers ein Warnsignal auf.

Das Denken in der Spiritualität

In der Spiritualität spielt das Zusammenspiel von Gedanken und Gefühlen eine große Rolle. Grundsätzlich wird dem Denken keine große Rolle zugeschrieben. Ganz im Gegenteil! Vielfach wird empfohlen, ganz auf das Denken zu verzichten. Denken führt zu Konzepten von Wirklichkeit, die ich bilde, und diese Konzepte beeinflussen meine Wahrnehmung und die Ergebnisse dieser Wahrnehmung. Wenn ich der Meinung bin, dass die Welt schlecht ist, dann nehme ich auch überall Schlechtigkeit wahr.

Dabei geht es in der Mystik doch vor allem darum, unvoreingenommen wahrzunehmen, eine freie Wahrnehmung zu haben, die mich zur Wahrnehmung der letzten Realität führt, zur Wahrnehmung Gottes.

Daher setzen die meisten spirituellen Wege auch nicht beim Denken an, sondern beim Fühlen. Gesänge, Bilder, Mantren, Rituale und Meditation setzen alle nicht bei unserer Ratio an, sondern versuchen unsere Affektlage zu beeinflussen, also das, was ich in mir spüre.

Eine Religion oder Spiritualität, die sich dem Denken verschreibt, wird schnell eine moralische Spiritualität, die sich den Dogmen und der Theologie verschreibt, die auf Hierarchie Wert legt und Mystik ablehnt.

Wie sieht es nun mit dem Denken aus, wenn ich etwas erkenne und in meinen Gedanken sehe, was dann in der Realität tatsächlich passiert?


Denken, was passieren wird

Das ist ein gutes Beispiel für eine besondere Form des Bottom-Up-Prozesses. Es ist nicht zuerst das Denken! Wir sind durch eine Art Netz oder ich sage lieber durch ein Energiefeld miteinander verbunden und haben mehr oder weniger starken Zugang dazu. Über dieses Energiefeld empfangen wir manchmal Informationen, die wir eigentlich gar nicht wissen können. 

Man weiß, wer gleich anrufen wird, man hat eine Ahnung, dass gleich etwas passieren wird, man spürt, dass im Raum gestritten wurde oder dass an einem Ort etwas Schlimmes passiert ist. Wir empfangen solche Informationen, die sich dann nach und nach zu Bildern und Gedanken verdichten. Manche Menschen können das so gut, dass sie gezielt auf solche Informationen zurückgreifen können. 


Denken verändert die Welt

Natürlich kannst Du auch mit Gedanken Dich selber beeinflussen und vielleicht sogar in diese Welt hineinwirken. Aber dafür braucht es nicht nur einen Gedanken, sondern auch Affekte, also Gefühle und innere Stimmungen, sprich Energie. Informationen alleine haben keine Energie, sie sind völlig energielos. Erst durch unsere Gefühle und Affekte bekommen Informationen Energie. Wenn Du Dir sagst, dass Du krank bist, dann hilft das alleine noch nichts, wenn Du aber diesen Gedanken, der ja zunächst reine Information ist, mit viel Gefühl und innerer Stimmung versiehst, dann kann es Dir gelingen, krank zu werden – oder auch gesund. 

Die Gedanken lenken die Energie, sind aber selber keine Energie. Erst aus dem Zusammenspiel kann daraus eine Veränderung und Beeinflussung erwachsen.

Je tiefer der Wunsch und damit die Gefühle sind, die ich mit der Information verbinde, umso größer ist die Chance, dass mir eine solche Beeinflussung gelingt.


Denken und innere Bilder

So nutzt man ja auch innere Bilder in der Begleitung von Krebspatienten. Die inneren Bilder helfen, das Anliegen, gesund zu werden, mit einem Gefühl zu verbinden.Noch etwas, was diesen Prozess unterstützt: Wenn ich neben dem Gedanken und dem Gefühl noch ein inneres Bild habe. Dann hast Du alle drei Komponenten zusammen, die Dir zur Verfügung stehen, um Dich bei einem Heilungsprozess zu unterstützen. Und ja, es kann auch sein, dass Du dann auch Einfluss auf andere nehmen kannst. Das aber ist eine besondere Begabung und eine eigene Kunst, die nicht leichtfertig genutzt werden darf.

Schreibe wieder gerne einen Kommentar zu diesem Beitrag - ich antworte gerne.


korrigiertes Transskript


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