7 Übungen für spirituelle Anfänger

14. Januar 2023

Dieser Beitrag ist für alle, die sich als Anfänger im spirituellen Leben verstehen. Du bist hier richtig, gerade dann, wenn Du noch wenig oder gar keine Erfahrung mit Spiritualität hast, aber spürst, dass das etwas sein kann, was Dein Leben bereichert.
Natürlich sind auch alle anderen willkommen, also diejenigen, die schon länger spirituell leben. Denn immerhin gehört der Anfängergeist, wie es im Zen-Buddhismus ausdrücklich heißt, zum spirituellen Leben dazu und das bedeutet, sich immer wieder mit diesem Anfang zu beschäftigen und gerne auch mal wieder zurückzugehen auf den Startpunkt.
Bevor ich Dir aber nun die 7 verschiedenen Übungen vorstelle, möchte ich eines noch sagen. Denn Spiritualität kann sehr unterschiedlich aufgefasst werden und je nachdem, was Du für eine Vorstellung hast, können die gleich folgenden Übungen spannend und interessant oder aber irritierend und verwirrend sein.
Spiritualität ist nicht gleichzusetzen mit Glauben. Wenn es hier um Glauben ginge, dann müsste ich Dir viele Geschichten erzählen, Inhalte, auch Formen des Glaubens. Die Übungen würden sich deutlich von denen unterscheiden, die ich Dir anbieten möchte. Vielleicht würde ich Dir einen Text aus der Bibel oder einer anderen Tradition anbieten oder Dich bitten, Dich mit einem Glaubensinhalt einen Tag lang zu beschäftigen.
Aber das alles wirst Du hier nicht erleben. Hier geht es darum, dass Du Dich innerlich vorbereitest auf eine spirituelle Erfahrung, denn das steht hier im Mittelpunkt und ist die zentrale Frage: Wie komme ich zu einer spirituellen Erfahrung?
Und ich kann Dir sagen, dass das grundsätzlich nicht zu machen ist, aber Du kannst Dich vorbereiten, Dich dafür öffnen und meine Übungen, die ich Dir heute anbiete, sie werden Dir dabei helfen.

Fangen wir an.


1.Übung für spirituelle Anfänger: Sich selber spüren

Diese Übung ist so unendlich grundlegend, dass ich sie gar nicht oft genug und intensiv genug empfehlen kann. Beginne Dich zu spüren, beginne zu spüren, dass es Dich gibt, spüre Deinen Körper, Deine Arme, Beine, Kopf und Rumpf. Spüre das immer wieder im Laufe des Tages. Vielleicht nimmst Du Dir vor, einmal in der Stunde kurz innezuhalten und Dich als Körper wahrzunehmen. Dafür braucht es wirklich nur wenige Sekunden.
Diese Übung ist deshalb so grundlegend, weil Du nur schwer eine spirituelle Erfahrung machen kannst, wenn Du Dich nicht spürst. Wer es nicht gelernt hat, sich wahrzunehmen, und dazu gehören sehr viele Menschen, dann wird es schwer eine spirituelle Wahrnehmung zu schulen und das Göttliche in Deinem Leben wahrzunehmen.
Diese Übung solltest Du daher auf alle Fälle machen, denn sie bereitet alles andere vor. Manche meiner weiteren Übungen sind Ausfaltungen dieser Übung. Und wenn Du sie in Ruhe und über längere Zeit nacheinander machst, dann öffnest Du Dich für die spirituelle Erfahrung.
Spiritualität hat für mich viel mit dem Bezug zu meinem Innenleben zu tun und dieses Innenleben, das kann ich vor allem spüren. Ich kann mir auch etwas vorstellen oder innere Dialoge führen. Doch diese Formen sind sehr kognitiv und Du kannst dadurch den Bezug zu Deinem Innenleben sogar verlieren. Wenn Du aber Deinen Körper beginnst zu spüren, dann bist Du ganz bei Dir, denn Dich gibt es immer nur körperlich, eine andere Art des Daseins ist auf Erden nicht möglich. Daher spüre Dich als Körper, spüre jeden Aspekt Deines Leibes.


2.Übung für spirituelle Anfänger Spüre, wie Du Dich innerlich öffnest und verschließt

Wie gesagt, sind die ersten Übungen Ausfaltungen der ersten Übung, denn wir bereiten hier und jetzt alle tiefen Erfahrungen vor. Und der nächste Schritt ist der, dass Du spürst, wie Du Dich innerlich öffnest und wie Du Dich innerlich verschließt. Das ist ein Vorgang, den Du vielleicht sogar schon mal erlebt hast. Wenn Du an Menschen denkst, die Du nicht magst und die Dir unangenehm sind, dann wirst Du Dich hoffentlich innerlich verschließen und wenn Du an Menschen denkst, die Du liebst, dann wirst Du Dich öffnen. Das ist eine erste ganz grundlegende Ausfaltung und Übung. Wir müssen nämlich lernen beides zu können, mich zu verschließen, um mich beispielsweise zu schützen und mich zu öffnen, damit ich eine tiefe Erfahrung mache. Das eine ist ohne das andere nicht zu bekommen. Gehe also durch Deinen Tag und beobachte Dich selbst, an welchen Orten, bei welchen Menschen oder wo auch immer Du Dich verschließt und wo Du Dich öffnest. Um mehr geht es nicht. Du musst das gar nicht bewerten, sondern lediglich wahrnehmen und registrieren.



3.Übung für spirituelle Anfänger Spüre das Rauschen des Lebens

Jetzt kommen wir zu einer Übung, die schon herausfordernder ist. Du sollst nämlich das Rauschen des Lebens in Dir spüren. Zunächst einmal rauscht ja das Blut durch unsere Adern und das macht Geräusche, die Du hören kannst. Das ist der eine Teil des Rauschens, dem Du lauschen sollst. Aber es gibt noch ein anderes Rauschen, das ich nur mit dem inneren Ohr hören kann, es ist die Lebensenergie, die durch Dich hindurchströmt. Die Chinesen nennen diese Energie Chi, die Japaner Ki – es ist die Lebensenergie in uns und sie ist ständig in Bewegung. Dieses Rauschen kannst Du spüren und mit dem inneren Ohr hören. Wenn Du nicht weißt, wie das geht, das Hören mit dem inneren Ohr, dann bleibe bei dem Spüren. Es reicht sogar, sich vorzustellen, Du würdest das spüren.
Über dieses Spüren kannst Du Dich dann mit dem Leben, das durch alles Lebendige strömt, verbinden.


4.Übung für spirituelle Anfänger die Gegenwärtigkeit erfahren

In allen spirituellen Traditionen spielt die Gegenwart eine entscheidende Rolle. Unser Geist ist zumeist auf etwas gerichtet, was in der Zukunft ist oder auf etwas, das vergangen ist. Selten sind wir in der Gegenwart. Spirituelle Erfahrungen aber machten wir immer nur in der Gegenwart. Wenn unser Geist aber ständig woanders ist, dann kannst Du keine spirituelle Erfahrung machen. Daher ist Deine Aufgabe, jede Stunde für einige Sekunden innezuhalten und Deinen Geist in die Gegenwart zu bringen. Es geht dabei darum, nicht an die Zukunft und nicht an die Vergangenheit zu denken, sondern einfach zu sein, jetzt, in diesem Augenblick und diesen Augenblick ganz zu spüren und zu verkosten.



5.Übung für spirituelle Anfänger Frage Dich, was Du fühlst

Diese Übung ist eine weitere Konkretisierung und Ausfaltung der ersten Übung. Sie ist unglaublich hilfreich und kann sehr intensiv werden. Du sollst Dich jede Stunde fragen, was Du gerade in dem Augenblick fühlst. Nur wahrnehmen und benennen. Das reicht schon. Finde einen Namen dafür, was Du spürst, das ist ganz wichtig. Wenn wir nicht benennen können, was wir spüren, dann können wir auch nicht damit arbeiten, können keine Veränderung einführen und können keine wirkliche Erfahrung machen, wir können etwas innerlich erleben, aber nicht erfahren. Dafür braucht es ein Verstehen dessen, was ich erlebe und erfahre, und dafür wiederum braucht es ein Wort.



6. Übung für spirituelle Anfänger eine Blume wahrnehmen

Die Natur spielt in der Spiritualität eine ganz besondere Rolle. Die Natur lehrt uns zu meditieren, lehrt uns in der Gegenwart zu sein und zu verbleiben, lehrt uns die tiefe Verbundenheit mit allem, was lebt. Ich möchte Dich bei dieser Übung bitten, nach draußen zu gehen und Dir einen Baum oder einen Strauch oder eine Blume zu suchen. Stelle Dich davor und spüre eine Verbundenheit mit diesem lebendigen Wesen. Nimm die Pflanze liebevoll wahr, mit freundlichem Blick und mit dem Wissen, dass es etwas sehr Tiefes und Wichtiges gibt, das Euch verbindet. Spüre diese Verbundenheit. Vielleicht magst Du der Pflanze einen inneren Gruß senden, oder Deiner Achtung Ausdruck verleihen.
Und wenn Du in den nächsten Tagen durch die Stadt oder durch einen Park gehst, dann spüre auch im Vorbeigehen diese Verbundenheit.
Durch uns alle strömt die gleiche Kraft.


7. Übung für spirituelle Anfänger Spüre die Liebe hinter allem

Jetzt kommen wir zu der Übung, die viele vielleicht als die eigentliche spirituelle Übung ansehen. Ich möchte Dich einladen, die Liebe zu spüren, die hinter allem ist. Du hast das Leben in Dir gespürt, das Leben in den Pflanzen wahrgenommen und Dich damit verbunden. Du hast Deinen Körper gespürt, Dich, Dein Dasein wahrgenommen. All das entstammt einer größeren Liebe, hat seinen Ursprung in einem Licht, das alles erstrahlt. Ich möchte Dich einladen, Dich heute dieser Quelle allen Lebens, allen Verliebtseins, aller Liebe, aller guten Werke, die Quelle von allem, was schön ist, was lebt, diese Quelle zu spüren. Und auch hier gilt, wenn es Dir schwerfällt, das zu spüren, dann stelle es Dir vor. Das kann eine Hilfe sein, Deine Nerven und Gehirnzellen, Deinen Körper und Deinen Geist auf die Erfahrung vorzubereiten, diese Quelle der Liebe wahrzunehmen.
Setze Dich für den Anfang an einen ruhigen Platz, schließe die Augen und verbinde Dich innerlich mit dieser Quelle, das heißt, dass Du einen inneren Raum schaffst, indem diese Quelle sein darf. Und dann spüre sie einfach, spüre die Verbundenheit.
Es kann sein, dass Du dann so etwas wie Dankbarkeit spürst – das ist nicht schlimm, sondern das kann etwas sein, was Dich zutiefst berührt und erfüllt.
Und wenn Du noch einen Schritt weitergehen möchtest, dann spüre, wie Du Teil dieser Liebe bist. Damit bist Du dann schon zu einer ganz tiefen Erfahrung eingeladen.



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